Andi Rogenhagen

wurde 1965 in Pirmasens geboren. Nach seinem Abitur studierte er Fotojournalismus an der Fachhochschule Darmstadt. Von 1991 bis 1994 schloss er ein Studium im Bereich Film an, welches er anschließend durch eine Ausbildung an der Drehbuch-Schreibschule Köln ergänzte. Rogenhagen arbeitete zunächst als Dokumentarfilmer und erregte mit seiner Dokumentation „The Final Kick“ (1994) Aufsehen. Der weltweit gezeigte Film wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

      

Ein Tick anders
von Andi Rogenhagen


Szenen aus Ein Tick anders

 

 

Ein Tick anders

Manchmal gehen mit ihr die Pferde durch.
Sie beschimpft Leute, die sie eigentlich mag, belegt vollkommen Unbekannte mit unflätigen Begriffen, brüllt ohne Vorwarnung den Hitlergruß heraus oder übertritt verbal sexuelle Tabugrenzen. Die siebzehnjährige Eva kann nichts dafür. Ihre Ticks überfallen sie einfach. Das hat manchmal sogar handfeste Konsequenzen. Eva leidet am so genannten „Tourette-Syndrom“ oder - wie sie es formulieren würde - an „Schluckauf im Gehirn“. In der normalen Lebenswelt eckt sie mit dieser psychischen „Behinderung“ ständig an und ist gar nicht integrationsfähig. Nur die Lurche am nahen See scheinen sie zu verstehen. Und ihre ganze ohnehin leicht verrückte Familie mit einer Oma, die liebevoll sagt: „Bei mir kannst du alles kaputt machen“ und einem Vater, der, als er arbeitslos wird, auf einer Bank im Park für ein besseres Leben büffelt und Bewerbungen schreibt. Von seiner Frau verabschiedet er sich morgens mit einem kargen Gruß, als wenn er weiterhin zur Arbeit ginge. Seine Tochter, die sich auf dem Weg zu ihren Freunden am See befindet, grüßt er fast schon zerstreut, wenn sie auf der Bank im Wald an ihm vorbei kommt. Doch der Abstieg der Familie scheint kaum auf zu halten. Bankdirektor Kühne kündigt den Kredit, der Rausschmiss aus der Wohnung steht kurz bevor. Doch wie in einem Erich-Kästner-Film der 50er Jahre findet Eva in dem skurrilen Onkel, der von einer späten Musikerkarriere träumt, einen Verbündeten für eine - nicht ganz legale - aber perfekte Lösung alle Probleme und Sorgen der Familie.

Was auf den ersten Blick wie eine intelligente und heitere Komödie daherkommt, wird immer mehr ein Essay über den immer währenden Kampf um Liebe und Zuneigung. Jeder Tick ist anders, die schönsten aber führen zum Happy End.  



Spielzeiten

So, 19.06.2011 16.30 Uhr Festivalkino 1
Do, 23.06.2011 22.30 Uhr Festivalkino 1
Sa, 25.06.2011 18.30 Uhr Festivalkino 1

 

Freigegeben ab 6 Jahre (FSK)

Empfehlung des Festivals: ab 12 Jahre

 

Angaben zum Film

Regie & Buch: Andi Rogenhagen
Länge: 88 Min.
Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Stefan Kurt, Renate Delfs, Victoria Trauttmannsdorf
Kamera: Ralf M. Mendle
Schnitt: Nicole Kortlüke
Musik: Ingo Kays


Produktion:
Wüste Film GmbH
Schulterblatt 58
20357 Hamburg
wueste@wuestefilm.de

In Koproduktion mit Wüste Film West und dem NDR in Zusammenarbeit mit ARTE

Verleih:

Farbfilm Verleih

Boxhagener Str. 106

10245 Berlin

info@farbfilm-verleih.de

 

 


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