Andrea Roggon

wurde 1981 in Überlingen am Bodensee geboren. Bevor sie 2003 ihr Studium im Bereich Dokumentarfilm an der Filmakademie  Baden-Württemberg aufnahm, arbeitete sie als Kameraassistenz beim SWR Stuttgart und absolvierte ein Praktikum in der Produktionsfirma „Schwenk-Film“. Für ihre guten Studienleistungen, erhielt Roggon 2006 ein einjähriges Stipendium an der internationalen Filmschule „EICTV“ in Kuba. „Soy Libre“ (2010) ist ihr Abschlussfilm. 

      

Soy Libre - Ich bin frei
von Andrea Roggon


Szenen aus Soy Libre - Ich bin frei

 

 

Soy Libre - Ich bin frei

Wenn man auf Puerto Rico einen „Cuba Libre“ bestellt, eine Cola mit einem Schuss weißen Rums, dann korrigieren einen die Kellner kubanischer Herkunft, man meine wohl eine „Mentira“, denn ein freies Kuba, das sei wohl heutzutage eine Lüge.
In Kuba selbst macht sich Andrea Roggon, die selbst neun Monate im Land gelebt hat, auf die Suche nach Wahrheit und Lüge im Alltagsleben der Menschen. An den Anfang stellt sie ein Zitat Fidel Castros aus besseren Zeiten, als er solche Sätze noch mit Pathos und Überzeugung vortragen konnte: „Revolution bedeutet, niemals zu lügen, und sie bedeutet die tiefe Überzeugung, dass keine Macht der Welt die Kraft der Wahrheit und der Ideen zu zerstören vermag.“  Inzwischen ist jedoch in dem repressiven letzten Staat des „realen Sozialismus“ für die Menschen ganz im Gegenteil die Lüge zu einer zweiten Haut geworden. Sie reden sich das Leben schön, obschon sie am Existenzminimum knabbern. Sie träumen von einem besseren Leben anderswo und richten sich gleichzeitig mit viel Phantasie in Provisorien ein, die die Mängel übertünchen. Über ein Loch im Boden geht man einfach herum oder benutzt es dazu, einem der spielenden Kinder im Hof eine Orange zuzuwerfen.

Der Film wird geprägt durch Stimmen aus dem „Off“, die von ihrem Leben erzählen. Diese Textebene kombiniert der Film mit atmosphärisch dichten filmischen Fundstücken aus dem Alltag. So entsteht das poetische Porträt eines Volkes, dem der überall plakatierte Revolutionsslogan „Sozialismus oder Tod“  schon lange zu den Ohren heraus kommt. Fidel Castro hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Die alte Garde der Revolutionäre versprach kürzlich kleine Wirtschaftsreformen; vielleicht sollte sie einmal genau hinschauen, wie ihr Volk das Leben meistert. Und davon lernen. Da wäre die Revolution schon halb geschafft.


 

Spielzeiten

Do, 16.06.2011       
21.00 Uhr       
Festivalkino 2
Sa, 18.06.2011 15.30 Uhr Festivalkino 2
So, 19.06.2011 13.00 Uhr Festivalkino 2


Sprache: Original mit deutschen Untertiteln

Empfehlung des Festivals: ab 14 Jahre
 

 

Angaben zum Film

Regie & Buch: Andrea Roggon
Länge: 86 Min.
Kamera: Hagen Schönherr & Petra Lisson
Schnitt: Julia Böhm & Andrea Roggon
Musik: Clangoin, Nico Lazarakopoulos, Thorsten Puttenat, Mirella Kern, Oliver Frick

Produktion:
Filmakademie Baden – Württemberg
Akademiehof 10
71638 Ludwigsburg
info@filmakademie.de

Sprache
Original mit deutschen Untertiteln

 


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