Ali Samadi Ahadi

Wurde 1972 in Täbris geboren und floh 1985 nach Deutschland. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation war er als Regisseur, Cutter oder Kameramann an verschiedenen Dokumentationen und Reportagen beteiligt. Bekanntheit erreichte er vor allem durch die, mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete, Dokumentation „Lost Children“ (2004) sowie die ebenfalls preisgekrönte Culture-Clash-Komödie „Salami Aleikum“ (2009). „The Green Wave“ lief bereits auf dem Hamburger Filmfest, dem International Documentary Film Festival Amsterdam sowie dem Sundance Film Festival. 

      

The Green Wave
von Ali Samadi Ahadi


Szenen aus The Green Wave

 

The Green Wave

Mit Handyfilmchen, Twitter- und SMS-Botschaften, Internetblogs und Facebook-Einträgen haben sich mittlerweile ganz neue dokumentierende Medien etabliert. Die Grüne Revolution in Iran nach der gefälschten Präsidentschaftswahl Mahmud Ahmandinedschads im Iran 2009 war die erste große Volksbewegung, die von diesen Medien begleitet wurde. Auch wenn der Aufstand schließlich niedergeschlagen wurde, wurde er zu einem Testlauf für die neuen Formen der Öffentlichkeit. Seither kappen die diktatorischen Regimes immer zuerst das Internet und versuchen, die Mobilfunkfrequenzen zu stören oder abzuschalten, was man in Tunesien, Ägypten und Libyen gerade wieder beobachten konnte. Der in Deutschland lebende iranische Filmemache Ali Samadi Ahadi ist nun der Erste, der sich im Film der neuen Erzähltechniken konsequent bedient, um vom Volksaufstand der Iraner zu erzählen.
1985 ist Ali Samadi Ahadi zur Zeit des ersten Golfkrieges noch als Jugendlicher nach Deutschland geflohen. Seither kann er nicht mehr einreisen. Sein Film ist also ein Blick aus der Ferne auf seine Heimat. Der Film erzählt auch von den historischen Verwerfungen der Geschichte seines Landes. „Mein Vater sagte mir immer: Wir gehören zu einer Nation, die seit 150 Jahren auf der Suche nach ihrer verloren gegangenen Stimme ist. Dann waren wir dran, unser Glück zu versuchen. Und für wenige Wochen hatten wir das Gefühl, unserem Ziel so nah zu sein wie noch nie zuvor.“ Nach der Euphorie des Aufbruchs tritt der Film bald in seinen zweiten Aggregatszustand ein. Berichte des Grauens aus den Foltergefängnissen tauchen auf. Ahadi vertraut mit den animierten Szenen eher auf die Vorstellungskraft der Kinobesucher. Ganz mag Ali Samadi Ahadi dann doch nicht auf die klassischen Interviewszenen verzichten. Er befragt einige Beteiligte des Aufstands, die inzwischen im Exil leben.

Ali Samadi Ahadi beweist: Das Kino kann die Schnittstelle aller neuen Bildmedien sein.



 

Spielzeiten

Sa, 18.06.2011 22.15 Uhr Festivalkino 1
Di, 21.06.2011 20.30 Uhr Festivalkino 1
Mi, 22.06.2011 18.30 Uhr Festivalkino 1


Freigegeben ab 12 Jahre (FSK)
Empfehlung des Festivals: ab 14 Jahre

 

Angaben zum Film 

Regie & Buch: Ali Samadi Ahadi Ahadi
Länge: 80 Min.
Darsteller: Pegah Ferydoni, Navid Akhavan, Payam Akhavan, Shirin Ebadi
Kamera: Peter Jeschke & Ali Samadi Ahadi
Zeichnungen: Ali Reza Darvish
Animation: Prof. Dr. Sina Mostafawy & Ali Soozandeh
Schnitt: Barbara Toennieshen & Andreas Menn
Musik: Ali N. Askin

Produktion:

Dreamer Joint Venture Filmproduktion GmbH

Regensburger Str. 25

10777 Berlin

info@dreamerjointventure.de


In Koproduktion mit Wizard UG, WDR und arte


Verleih:

Camino Filmverleih

Herdweg 27

70174 Stuttgart

info@camino-film.com
 

 


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