Christoph Hochhäusler

wurde 1972 in München geboren. Bevor er 1996 in seine Geburtsstadt zurückkehrte, um ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) aufzunehmen, studierte er Architektur an der TU Berlin. Neben seiner Arbeit als freischaffender Regisseur und Autor ist Hochhäusler als Dozent an zahlreichen Universitäten tätig. Er ist zudem Gründer und Mitherausgeber der Filmzeitschrift „Revolver“. Beim ersten Festival des deutschen Films war er mit seinem Film „Falscher Bekenner“ (2005) vertreten. Mit seinem Film „Unter dir die Stadt“, welcher bis vor Kurzem noch im Kino lief, nahm er in Cannes in der Reihe „Un certain regard“ teil.

 

Dreileben - Eine Minute Dunkel
von Christoph Hochhäusler


Szenen aus Dreileben - Eine Minute Dunkel 

 

 

Dreileben - Eine Minute Dunkel


Der Mörder hat ja auch ein Leben.


Seine Seele ist nicht nur schwarz und es lohnt sich, ihm zu folgen durch den dunklen deutschen Wald. In den beiden anderen Filmen der Trilogie ist Molesch nur eine Randfigur. In diesem Beitrag zur Trilogie Dreileben steht er im Mittelpunkt. Der flüchtige Täter findet seine vorübergehende Heimstadt im thüringischen Dunkelwald und damit in deutschen Märchenmythen. Er nimmt sich sogar zeitweise eines kleinen Mädchens an, so fürsorglich, als habe er nie einen bösen Gedanken gehegt. Später wird er wieder ein getriebener Mörder werden, aber in diesen Momenten der Geschichte ist er einer, dem man ohne Angst begegnen könnte. Molesch ist aber auch ein gejagtes Tier und das weiß er auch, fühlt sich niemals sicher im Gehölz und trägt eine innere Last mit sich herum. Man merkt es zunächst kaum, aber er ist verloren. Besessen von den Geistern seiner Vergangenheit. Seine Morde sind Hilferufe, Notwehrakte, Aufbegehren gegen sein Schicksal und doch auch
unausweichlich bitterböse.

Christoph Hochhäusler liefert mit diesem Psychogramm eines Getriebenen den emotionalen Kern der Dreileben-Trilogie. Er porträtiert den Menschen, der alle anderen Protagonisten an geheimnisvollen Fäden steuert. Eine Zeitlang nur, denn es kann nicht lange dauern, bis er gefunden, erkannt und gefasst wird. Im Rollenspiel der Akteure dieser Trilogie ist er sowieso die berechenbarste Figur, der Hauptdarsteller Stefan Kurt sehr eindrucksvoll eine ganz besondere Präsenz verleiht. Dieser Film macht mit seiner eindrücklichen Waldromantik schließlich den Sack zu, beendet das ganze Geschehen von drei Leben mit einem Knalleffekt. Auf den ersten Blick ist in jedem
Krimi der Mörder das Zentrum der Geschichte. Hier steht er für eine Minute Dunkelheit im Mittelpunkt des Films.



Spielzeiten

Di, 21.06.2011       21.30 Uhr       Festivalkino 2
Fr, 24.06.2011 22.30 Uhr Festivalkino 2
Sa, 25.06.2011 19.30 Uhr Festivalkino 2


Freigegeben ab 12 Jahre (FSK)
Empfehlung des Festivals: Ab 16 Jahre




Dreileben - ein beispielloses Gemeinschaftsprojekt deutscher Filmemacher

Am Anfang stand ein Gespräch über e-mail. Dominik Graf hatte bei seiner Antrittsvorlesung an der Internationalen Filmschule in Köln die Regisseure der „Neuen Berliner Schule“ kritisiert. Der Einladung zu einem Symposion in Berlin über die „Nouvelle Vague Allemande“, wie französische Filmkritiker die Filme von Christian Petzold und Christoph Hochhäusler bezeichneten, konnte er aus Termingründen nicht folgen. So kam es zu einem produktiven schriftlichen Austausch über das „Filme machen“. Dominik Graf - ein Gegner des erstarrten Autorenkinos - hielt die Fahne des in Deutschland weitgehend fehlenden Genre-Kinos hoch. Petzold und Hochhäusler verteidigten ihre Filme, bis irgendwann frei nach François Truffaut die Erkenntnis reifte, dass die beste Kritik an einem Film nur ein anderer, ein neuer Film sein kann. Aus dem Disput wurde ein Projekt. Drei Filme. Drei Geschichten am selben Ort. Stilistisch sehr verschieden nahmen sich die drei eines Kriminalfalles an, der im thüringischen Ort „Dreileben“ spielt. Ein Serienmörder entwischt, als er im Krankenhaus seine tote Mutter betrauern darf. Er lebt im Wald. Er findet seine Opfer aber trotzdem, auch wenn ihm die eigens angereiste Polizeipsychologin Johanna dicht auf der Spur ist. 
Die drei Fernsehfilme von jeweils 90 Minuten erzählen ihre eigenen Geschichten eine Liebesromanze, eine Dreiecksgeschichte mit Geheimnissen aus der Vergangenheit und eine düstere Seelenwanderung durch den deutschen Wald. Opfer-, Polizei- und Täterperspektive ergänzen sich in den drei Filmen, die eine jeweils in sich abgeschlossene Geschichte erzählen. Es gibt quasi nur Seitenblicke, nur Fenster, durch die man gelegentlich in die anderen Filme schauen kann. Ein ganz besonderes spannendes Experiment, das so noch keiner gewagt hat. Und tatsächlich sind diese Filme höchst unterschiedlich und haben doch eine ganze Menge miteinander zu tun. Es sind sozusagen filmische Umgehungsstraßen zum Ortskern.
 

 

Angaben zum Film


Regie: Christoph Hochhäusler
Buch: Christoph Hochhäusler
& Peer Klehmet
Länge: 90 Min.
Darsteller: Stefan Kurt, Eberhard Kirchberg, Timo Jacobs
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Stefan Stabenow
Ton: Michael Busch

Produktion:

Heimatfilm GmbH + Co. KG
Lichtstr. 50
50825 Köln
bb@heimatfilm.biz

Im Auftrag des WDR

Weltvertrieb:
Bavaria Film International
Bavariafilmplatz 7
82031 Geiselgasteig
international@bavaria-film.de

 

» Programm 2011

» Eintrittspreise

» Anreise

» Spielorte

» Download des kompletten Spielplans



Tipp für den Download

Sollte es beim Download Probleme geben, dann   versuchen Sie bitte, das Dokument per rechte Maustaste auf Ihrer Festplatte zu speichern und von dort aus mit dem Adobe Acrobat Reader zu öffnen. Sollte auch dies fehlschlagen, dann empfehlen wir Ihnen, eine aktuellere Version des Adobe Acrobat Readers auf Ihrem Rechner zu installieren.