Dominik Graf

wurde 1952 in München geboren. Nach einem kurzen Studium der
Germanistik und Musikwissenschaften, wechselte er 1974 an die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München, an der auch sein erster Kurzfilm „Carlas Briefe“ (1975) entstand. Sein Abschlussfilm „Der kostbare Gast“ (1979) wurde mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Auch für seine weiteren Projekte bekam Graf mehrfach den Deutschen Fernsehpreis, den Adolf-Grimme-Preis sowie den Bayerischen Filmpreis verliehen. Zuletzt arbeitete Graf an der TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“. Graf nahm bereits mehrfach an unserem Festival teil. Sein Film „Das Gelübde“ wurde 2008 mit dem Filmkunstpreis ausgezeichnet.

 

Dreileben - Komm mir nicht nach
von Dominik Graf


Szenen aus Dreileben - Komm mir nicht nach
 

 

 


Dreileben - Komm mir nicht nach


Die Polizeipsychologin Johanna muss ihre kleine Tochter bei den Großeltern lassen, damit sie als hoch qualifizierte Profilerin einem Serienmörder im Thüringischen auf die Spur kommen kann.

Ihr Leben am Rand zum fremden Märchenwald des Kaisers Barbarossa ist aber dann plötzlich gar nicht so sehr geprägt von der Polizeiarbeit, die sie erfahren und routiniert
verrichtet. Sehr viel aufregender erweist sich die Begegnung mit ihrer langjährigen Freundin Vera, die mit ihrem Lebensgefährten ein Jahrhundertwendehaus auf einem verwunschenen Berggrundstück bewohnt. Der Mann zwischen den beiden Frauen ist der gutaussehende,
 
erfolgreiche aber unzufriedene Schundbestsellerautor Bruno, der sich in der vermeintlichen ländlichen Idylle eher unzufrieden eingerichtet hat. Was wie ein Polizeithriller beginnt, wird bald zu einer Reise zu dunklen Geheimnissen der Vergangenheit, die die beiden Frauen teilen. Auch wenn die Ermittlungen eher nebenher zu laufen scheinen, sind sie doch zielsicher und erfolgreich. Gleichzeitig wird klar, dass die Kriminalgeschichte nur verhüllendes Beiwerk zum Melodrama ist. Am Ende weiss man gar nicht so recht, welches Geheimnis man am liebsten enthüllt haben möchte.

Dominik Graf ist ein bekennender Befürworter des Genrekinos im deutschen Film. In den engen Regeln des Genres erspielt er sich seine Freiräume, die er mit meisterlicher Inszenierungskunst und grandios knappen Dialogen zu einem ganz besonderen Vergnügen macht. Bald ist der Kriminalfall fast vergessen, doch gerade als Johanna und Bruno ausgelassen in der freien Natur duschen, taucht der Mörder doch noch auf – am Gartentor. Sekundenlang ist alles möglich.

 



Spielzeiten

So, 19.06.2011       19.30 Uhr       Festivalkino 2
Di, 21.06.2011 19.30 Uhr Festivalkino 2
Mi, 22.06.2011 21.30 Uhr Festivalkino 2

Empfehlung des Festivals: Ab 16 Jahre

 



Dreileben - ein beispielloses Gemeinschaftsprojekt deutscher Filmemacher

Am Anfang stand ein Gespräch über e-mail. Dominik Graf hatte bei seiner Antrittsvorlesung an der Internationalen Filmschule in Köln die Regisseure der „Neuen Berliner Schule“ kritisiert. Der Einladung zu einem Symposion in Berlin über die „Nouvelle Vague Allemande“, wie französische Filmkritiker die Filme von Christian Petzold und Christoph Hochhäusler bezeichneten, konnte er aus Termingründen nicht folgen. So kam es zu einem produktiven schriftlichen Austausch über das „Filme machen“. Dominik Graf - ein Gegner des erstarrten Autorenkinos - hielt die Fahne des in Deutschland weitgehend fehlenden Genre-Kinos hoch. Petzold und Hochhäusler verteidigten ihre Filme, bis irgendwann frei nach François Truffaut die Erkenntnis reifte, dass die beste Kritik an einem Film nur ein anderer, ein neuer Film sein kann. Aus dem Disput wurde ein Projekt. Drei Filme. Drei Geschichten am selben Ort. Stilistisch sehr verschieden nahmen sich die drei eines Kriminalfalles an, der im thüringischen Ort „Dreileben“ spielt. Ein Serienmörder entwischt, als er im Krankenhaus seine tote Mutter betrauern darf. Er lebt im Wald. Er findet seine Opfer aber trotzdem, auch wenn ihm die eigens angereiste Polizeipsychologin Johanna dicht auf der Spur ist.
Die drei Fernsehfilme von jeweils 90 Minuten erzählen ihre eigenen Geschichten eine Liebesromanze, eine Dreiecksgeschichte mit Geheimnissen aus der Vergangenheit und eine düstere Seelenwanderung durch den deutschen Wald. Opfer-, Polizei- und Täterperspektive ergänzen sich in den drei Filmen, die eine jeweils in sich abgeschlossene Geschichte erzählen. Es gibt quasi nur Seitenblicke, nur Fenster, durch die man gelegentlich in die anderen Filme schauen kann. Ein ganz besonderes spannendes Experiment, das so noch keiner gewagt hat. Und tatsächlich sind diese Filme höchst unterschiedlich und haben doch eine ganze Menge miteinander zu tun. Es sind sozusagen filmische Umgehungsstraßen zum Ortskern.

 

Angaben zum Film

Regie: Dominik Graf
Buch: Markus Busch & Dominik Graf Länge: 89 Min.
Darsteller: Jeanette Hain, Susanne Wolff, Mišel Matičević, Lisa Kreuzer, Rüdiger Vogler
Kamera: Michael Wiesweg
Schnitt: Claudia Wolscht
Ton: Gunnar Voigt

Produktion:
BurkertBareiss Produktion
Rambergstr. 3-5
80799 München burkertbareiss@bbfp.de

In Koproduktion mit TV60 Film, im Auftrag der ARD Degeto

Weltvertrieb:
Bavaria Film International Bavariafilmplatz 7
82031 Geiselgasteig international@bavaria-film.de

 

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