Oskar Roehler

wurde 1959 in Starnberg geboren. Seit den 80er Jahren war er als Autor und Journalist in Berlin tätig. Er schrieb Kurzgeschichten sowie Drehbücher unter anderem für Nikolaus Schilling und Christoph Schlingensief und gab 1995 mit Gentleman sein Regiedebüt. Der große Durchbruch gelang ihm 2000 mit Die Unberührbare, einem Film über das Leben seiner Mutter Gisela Elsner, der unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet wurde. Es folgten weitere Erfolge mit den Spielfilmen Agnes und seine Brüder (2004) und Elementarteilchen (2006) mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle. Letztes Jahr war er mit Lulu und Jimi im Kino. Jud Süß war ein Wettbewerbsbeitrag der diesjährigen Berlinale.

Jud Süß - Film ohne Gewissen

 

Von Oskar Roehler

Stell dir vor, du stehst vor einem Karrieresprung. Aber dein größter Förderer heißt Joseph Goebbels. Der Film erzählt die Geschichte des Schauspielers Ferdinand Marian, der 1939 die Hauptrolle in Goebbels wichtigstem - und bis heute verbotenen - antisemitischen Propagandafilm Jud Süß übernahm.
20 Millionen Zuschauer sahen damals den Film, der anhand der wahren Geschichte des württembergischen Finanzrats Joseph Süß Oppenheimer im 18. Jahrhundert das Judentum in Deutschland endgültig denunzieren und die Judenvernichtung rechtfertigen sollte. Der NS-Propagandafilm schrieb Geschichte. Hauptdarsteller Ferdinand Marian versuchte, seine Figur "menschlich" darzustellen und unterstützte dadurch gerade den Erfolg des Films.


Jud Süß erlebte seine Weltpremiere auf den Filmfestspielen in Venedig, wo Ferdinand Marian umjubelt wurde. Oskar Roehler stellt die Geschichte eines zweifelnden, verzweifelten Schauspielers, der der Verführung des Karrieresprungs schließlich erliegt, in den Mittelpunkt seiner Filmgeschichte. Der Nazi-Faschismus mit Joseph Goebbels als propagandistischem Einpeitscher wird in diesem Film mit all seiner Verführungskraft, die sie damals auf Mitläufer ausübte, geschildert. Der Champagner fließt in Strömen und mit einer glänzenden Hauptdarstellerriege, an deren Spitze Moritz Bleibtreu den eleganten, mal rheinisch-jovialen, dann wieder plötzlich geradezu bestialisch-gefährlichen Propagandaminister mimt, hat Oskar Roehler einen großen Beitrag zur Entmystifizierung der Nazibarbarei geleistet, den niemand versäumen sollte. Stellen Sie sich einfach vor, Sie wären mittendrin gewesen.

 

Spielzeiten
 
Fr, 18.06.2010 19:30 Uhr
Festivalkino 1
Sa, 19.06.2010 18:00 Uhr
Festivalkino 1
So, 20.06.2010 20:00 Uhr
Festivalkino 1




 

 

 

Angaben zum Film

Regie: Oskar Roehler
Buch: Klaus Richter
Länge: 114 Min.
Darsteller: Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Justus von Dohnányi, Armin Rohde, Martin Feifel, Ralf Bauer, Robert Stadlober, Milan Peschel, Gudrun Landgrebe, August Zirner
Kamera: Carl F. Koschnick
Schnitt: Bettina Böhler
Musik: Martin Todsharow
 
Produktion:
Clasart Film und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH/ Tele München
Kaufingerstr. 24
80331 München
Tel.: +49 (0)89 290 930
clasart@tmg.de
www.tmg.de
 
Novotny & Novotny Filmproduktion GmbH
Weimarerstr. 22/4a
A-1180 Wien
Tel.: +43 1 478 717 0
Fax: +43 1 478 712 0
kino@novotnyfilm.at
In Koproduktion mit Tara Film, Lotus-Film und Ulrich Seidl Film Produktion.
 
Verleih:
Concorde Filmverleih
Rosenheimerstr. 143 b
81671 München
Tel.: +49 (0)89 450 610 0
Fax: +49 (0)89 450 610 10
info@concorde-film.de
www.concorde-film.de

Sprache
Deutsch ohne Untertitel


 

 

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