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Ludwigshafener Position
Während des ersten "Festival des deutschen Films", das gegründet wurde, um einen neuen deutschen FILMKUNSTPREIS zu verleihen, gab es täglich sehr intensive Gespräche unter den Regisseuren und Produzenten, die zu Gast waren.
Aus der Themenstellung "Was braucht der deutsche Film?" entstand schließlich eine gemeinsame Resolution, die "Ludwigshafener Position", unterzeichnet von 22 Filmregisseuren, Schauspielern und Produzenten.
LUDWIGSHAFENER POSITIONDer deutsche Film wird Kunst sein oder er wird nicht sein.Wir glauben nicht an den Mythos einer deutschen Filmindustrie. Dieser Mythos jedoch ist die Grundlage des real existierenden deutschen Films. Eine deutsche Filmindustrie gibt es nicht.
Was der deutsche Film sein kann: eine Manufaktur der Filmkunst, eine Werkstatt des Sehens, in der individuelle Visionen Gestalt werden und in einen Dialog mit dem Zuschauer treten.
Der deutsche Film kann nur gestärkt werden, indem die Filmkünstler gestärkt werden.
Wir stellen uns der Angst entgegen: der Angst vor schlechten Einschaltquoten und vor kommerziellem Misserfolg. Der deutsche Film kann eigensinnig, unberechenbar, ungeschliffen, waghalsig, ungezähmt, erschütternd sein. Er kann frei sein. Darum darf er nicht instrumentalisiert, zu Tode poliert und durch Sicherheitsformeln stranguliert werden.
Das Kino kann der Ort sein, an dem der Blick der Zuschauer aufgerissen und neu auf die Welt gerichtet wird. Der deutsche Film wird Kunst sein oder er wird nicht sein.
Der deutsche Film wird langfristig nur ökonomisch relevant sein, wenn er künstlerisch bedeutend ist.
Bereiten wir den Weg für einen Aufruhr der Phantasie. Wir wollen keine falschen, abgeschliffenen, seelenlosen, konfektionierten Filme, wir wollen sie authentisch, ungeglättet, leidenschaftlich und lebendig; wir wollen keine rosigen Filme – wir wollen sie rot wie das Blut und die Liebe.
10. Juli 2005
Auf dem ersten "Festival des deutschen Films" auf der Parkinsel in Ludwigshafen Nicolai Albrecht, Filmregisseur
Alexander Bickenbach, Filmproduzent Felix Blum, Filmproduzent Jule Böwe, Schauspielerin Bettina Brokemper, Filmproduzentin Fabian Busch, Schauspieler Till Franzen, Filmregisseur Niko von Glasow, Filmregisseur Peter Heilrath, Filmproduzent Stefan Hillebrand, Filmregisseur Fred Kelemen, Filmregisseur Peter Lilienthal, Filmregisseur Arne Ludwig, Filmproduzent Manuel Mack, Kameramann Michael Proehl, Drehbuchautor Oliver Paulus, Filmregisseur Florian Schwarz, Filmregisseur Hanna Schygulla, Schauspielerin Alexandra Sell, Filmregisseurin Robert Thalheim, Filmregisseur Cyril Tuschi, Filmregisseur |
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