Pressestimmen

 

 


Reif für die Kinoinsel
Ludwigshafen ist ein Publikumsfestival par excellence, ein Anziehungspunkt auch für sonst wenige filmaffine Besucher. Die kleine Zeltstadt in der grünen Inselidylle (die so gar nicht ins hässliche Stadtklischee passt) bietet zwei große Kinos, Bierbänke unter Ahornbäumen und Liegestühle am Strand. Und mit Gästen von Benjamin Heisenberg über Anna Brüggemann und Mišel Maticevic bis hin zu Moritz Bleibtreu konnte man auch dieses Jahr wieder bei den „Strandgesprächen“ über ihre Filme sprechen. Alles ganz entspannt und familiär.
EPD FILM 8.2010 Patrick Seyboth

 

EuroCiné
Ludwigshafen 2010: Geprägt von der Berliner Schule
Das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen überzeugt durch seine genrebezogene Kost, welche, die Melancholie des Erzählens transparent werden lassend, uns den Blick auf den neuesten Stand der Berliner Shcule brachte.
EuroCiné Nr. 34/2010, Uwe Roth.

 


(...) Filmgespräche sind der Trumpf des Festival: hier geht es nicht um sprachloses konsumieren von Filmen, sondern um Begegnungen und Gespräche. Von den trotz der Fussball-WM immerhin 33 000 Besuchern des Festival nutzen bemerkenswert viele die Möglichkeit der Diskussion. Mitunter dauerten die anregenden Filmgespräche im Anschluss an die Vorführung fast so lange wie die gezeigten Filme davor.
Stuttgarter Zeitung, 30.06.2010, Ulrich Kriest

 


Hunger nach Sinn und Sinnlichkeit
Mit seinem starken, aktuellen und umfassenden Filmprogramm und zahlreichen Ehrengästen wie Hannelore Elsner, Senta Berger, Vadim Glowna, Werner Schroeter oder Nicolette Krebitz bewies das Festival auch in diesem wechselvollen Jahr, dass die Kunst des Kinos ein Lebensmittel sein kann im Alltag der Menschen. Neben der Auswahl der besten deutschen Filme, an deren Qualität und Respresentativität für das aktuelle deutsche Kino niemand im geringsten Zweifel hatte, ist die besondere Atmosphäre der Parkinsel mit ihren jahrhundertealten Bäumen und dem Blick auf den Rhein und die vorbeifahrenden Schiffe, die dieses außergewöhnlich Festival zu einem Anziehungspunkt für Fachpublikum und zahlreiche Zuschauer macht.
Blickpunkt: Film 30/09

 


In der Erfolgsspur
Überfü̈llte Auto- und Fahrrad-Parkplätze, lange Schlangen an den Essens-Theken, ebenso lange bisweilen vor den Kinos und mehr ausverkaufte Vorstellungen als je zuvor: In seiner vierten Auflage erlebt das Festival des deutschen Films auf der Ludwigshafener Parkinsel anscheinend den endgültigen Durchbruch. Da mag viel Mundpropaganda von begeisterten Vorjahres-Besuchern im Spiel sein, doch in diesem Jahr ist vor allem eines klar: So viele anregende und aufwü̈hlende, durchweg professionell gemachte Filme gab es selten im – allerdings klug abgespeckten – Programm.
Die Rheinpfalz, 13. 06. 2008, Doris Trauth-Marx

 


Im Wildschutzpark
Festivals - dafü̈r werden deutsche Filme gemacht (wenn denn nicht gleich fü̈rs Fernsehen, ohne dessen Gelder sowieso nichts geht). Was auch immer das für die deutsche Filmbranche und die Kinolandschaft bedeuten mag – beim diesjährigen Aufenthalt auf der Ludwigshafener Parkinsel, wo selbst an Werktagen und trotz Konkurrenz durch EM - „Public Viewings“ reger Betrieb herrschte, wurde einmal mehr klar, was dies fü̈r die Festivals selbst bedeutet. Ihre kulturelle Funktion innerhalb der deutschen Filmslandschaft kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Sie schaffen den heimischen Filmen ein aufgeschlossenes Publikum – und verhelfen andererseits diesem Publikum zu Filmen, die es sonst kaum zu sehen bekommt, gerade in einer an kommunalen und Arthouse-Kinos strukturschwachen Gegend. Als eine solche Plattform, auf der deutsche Filme, deutsche Filmemache und Zuschauer einander finden, ist das Ludwigshafener Festival mittlerweile zur regionalen Institution geworden.
Filmdienst, 15/2008, Felicitas Kleiner

 


Junge Liebende erjagen den Hauptpreis
Nicht, dass das wechselhafte Wetter der letzten Tage dem Festival des deutschen Films noch die Bilanz verhagelt hätte: Nach Veranstalterangaben wurden 21 000 Besucher im dritten Jahr des Festivals auf der Ludwigshafener Parkinsel gezählt, noch einmal 4000 mehr als im Vorjahr. (...) So oder so steht fest: Die Erfolgsgeschichte des Festivals, das gestern am späten Abend sein diesjähriges Ende fand, kann weitergehen.“
Mannheimer Morgen, 18.06.2007, Dr. Thomas Groß

 


Man trägt wieder Gummistiefel
Bei gutem Wetter besitzt das Woodstock des deutschen Films ein ganz eigentümliches Flair, wenn am Spätnachmittag das Publikum das Gelände erobert, wenn sich die Liegestühle am Ufer füllen, wenn sich lange Schlangen vor den beiden Festivalkinos bilden. Das Ludwigshafener Festival hat unter Michael Kötz seinen Charakter rasch gefunden: Man setzt ganz auf Enthusiasmus, auf riskante, mutige, junge Filme und Filmemacher und auf ein neugieriges Publikum, das solches zu goutieren weiß. (...) Um Schuld und Sühne geht es auch in „Für den unbekannten Hund, dem zweiten Spielfilm der Zwillingsbrüder Benjamin und Dominik Reding. Vielleicht handelt es sich dabei sogar um einen idealtypischen Film für Ludwigshafen. Fiebrig und energiegeladen erzählt er von den Sehnsüchten der Jugend, von Aufbruch und Aufbegehren und vom Einlenken ins Pragmatische. Die Geschichte spielt unter Handwerksburschen auf der Walz, erinnert mitunter an ein pathetisches Sturm- und Drang-Drama mit Heavy Metal-Soundtrack, entwirft aber mit großem Stilwillen eine autonome Kino-Wirklichkeit voller origineller Handlungsorte und hat einen erstaunlichen Trumpf in der Hinterhand: Rapper Ferris MC ist in seiner ersten Filmhauptrolle als Festus einfach hinreißend.
Die Welt, 18.06.2007, Ulrich Kriest

 


Hell und Dunkel
Das Kino ist keine einfache Sache mehr. (...) Mit der Veränderung der technischen Möglichkeiten für das Herstellen, Verteilen und Sehen von Film verändert sich also dessen Rezeption, und es verändern sich die Ansprüche der Zuschauer, obwohl 
die gerade beim Kino immer schon von großer Divergenz geprägt waren. Solche Gedanken wurden vorgetragen in Ludwigshafen, auf dem dritten Festival des deutschen Films, das sich nicht nur als Vorzeige- sondern auch als Diskussionsfest versteht – diesmal zum Thema „Das Kino der Zukunft. Die Zukunft des Kinos“. (...) Christian Petzolds „Yella“ konnte man sehen (...) oder Thomas Arslans „Ferien“ (...). Es lief auch der erste Spielfilm von Sonja Heiss „Hotel Very Welcome“, eine Beobachtung von Indienreisenden, die einerseits einen schönen absurden Witz entwickelt, andererseits klar erzählt, dass Kommunikation ü̈berall miserabel ist- nicht nur im deutschen Alltag, wie ihn Petzold und Arslan porträtieren(...). Eine Geschichte der Ausschweifung entwirft „Das Haus der schlafenden Schönen“, nach Yasunari Kawabata, eine Männerphantasie voller Kitsch und Trauer, die sich in Form und Inhalt der Grenzüberschreitung widmet und die zeigt, dass das Kino doch immer noch eins sein kann: die verwegene Alternative zum herrschenden Geschmackskonsens.
Sü̈ddeutsche Zeitung, 14.06.2007, Doris Kuhn

 


Das deutsche Kino, es ist längst wieder viel zu reich, um sich mit den Gewinnern der Bundesfilmpreise angemessen repräsentiert zu fühlen. Michael Kötz, Direktor des Ludwigshafener wie auch des Mannheimer Festivals, macht keinen Hehl daraus, dass es ihm vor allem darum geht, einen zur Berliner Gala alternativen, mit 50 000 Euro hoch dotierten „Filmkunstpreis" zu verleihen. „Dafür könnte ich auch nur fü̈nf statt der zehn ausgewählten Filme zeigen." (…) 
Brüggemanns humorvoll geschriebene Beobachtungen generationsbedingter Missverständnisse sind trotz der minimalistischen Form herzliche Umarmungen des Genrekinos. Was durchaus in Einklang stehen kann zum ein wenig altertümlich gewählten „Filmkunst"-Begriff der Ludwigshafener. Dieses Wort, in Deutschland vor allem in der Nazi-Zeit gebräuchlich und nun mit Pathos wiederbelebt, ist das große Rätsel des kleinen Festivals. Vom Kunstkino, Autorenfilm oder schlicht vom „kü̈nstlerischem Film" mag niemand sprechen. Aber was sind schon Vokabeln? In Brinkmanns Zorn traut ihnen der Dichter nicht über den Weg: „Es sind immer nur Wörter, Formulierungen. Aber was ist denn da, tatsächlich? Das kann Sprache, Formulierung nicht sagen." 
Frankfurter Rundschau, 23.06.2006, Daniel Kothenschulte




Kommt eine Ludwigshafener Schule?
Nicht nur Filme, auch Orte können in die Filmgeschichte eingehen. Man denke an Hollywood oder, weniger hochgegriffen, an Babelsberg, Berlin und an Oberhausen. (...) Seit 2005 gibt es nun auch ein Filmfestival in Ludwigshafen. Und gleich im ersten Jahr wurde ein Aufruf, ein Manifest verlesen: die „Ludwigshafener Position“.(…) Wird da eine neue Schule eröffnet? Das „Festival des deutschen Films“ scheint etwas in Planung zu haben. Es wird 2006 erstmals begleitet von einer „Meisterschule im Park“, in der die Teilnehmer von Filmemachern unterrichtet werden.
Rhein-Neckar-Zeitung, 08.06.2006, Stefan Otto

 


Filmurlaub in Ludwigshafen
Liegestühle am Rheinufer, neue deutsche Filme und Strandgespräche über Filmkultur: Was die Veranstalter des 2. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen offerieren, klingt nach Filmurlaub.
31.05.2006, Anke Westphal

  


Die Freunde der Kunst dürfen aufatmen
In Mannheim wurde jetzt das „Festival des deutschen Films“ gegründet (...). Der mit 50.000 Euro zwar deutlich niedriger dotiert (als der Bundesfilmpreis Lola); aber dass seine Initiatoren es ernst meinen mit dem Kunstwollen, zeigen die Auswahlkriterien: Während die „Lola“ nur an Spielfilme vergeben wird, die mit mindestens zehn Kopien gestartet sind, gilt in Mannheim die einzige Bedingung umgekehrt: keiner der Filme darf bereits in einem Kino kommerziell ausgewertet worden sein.
taz, 11.04.2005, Dietmar Kammerer

 


Einschaltquoten sind nicht alles
Elf Tage herrschte auf der Parkinsel Ludwigshafen eine animierte Werkstattatmosphäre, trotz der zeitweise heftigen Regenfälle. Elf Tage lang war Ludwigshafen aber auch ein Forum für Diskussionen und Gespräche zwischen Regisseuren und Produzenten über die kreativen Möglichkeiten und die Produktionsbedingungen in Deutschland
Deutschlandradio Kultur, 10.7.2005, Wolfgang Hamdorf

 


Gegen das Quotenkino
In der nomadischen Zeltlandschaft a, Rheinufer, wo der rote Teppich auf Holzpaletten über schlammigen Boden führt, trifft zehn Tage lang eine junge Filmszene zusammen, die bislang vor allem ein Gegner hat – nämlich das neudeutsche Quotenkino, das am Freitag mit der Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin seine Gala feiert (...). Obwohl es sich nicht um ein Premierenfestival handelt, legten seine lebhaften Diskussionen nahe, dass Ludwigshafen eine Leerstelle in der Filmlandschaft füllt, die erst im Augenblick ihrer Schließung bemerkbar wird.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2005 Andreas Rosenfelder