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Edgar Reitz mit "Die andere Heimat" beim Filmfestival

12.05.2014

Edgar Reitz präsentiert "Die andere Heimat" in Ludwigshafen

Im Rahmen des 10. Festival des deutschen Films wird Filmemacher Edgar Reitz seinen mehrfach ausgezeichneten Film in Ludwigshafen persönlich vorstellen


Foto: Deutsche Filmakademie

Sechsmal war Edgar Reitz DIE ANDERE HEIMAT für den deutschen Filmpreis nominiert, drei Lolas durfte er am Ende des Abends in den Händen halten, darunter die für den "besten Film". Außerdem erhielt unser guter Bekannter, der auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2004 mit dem "Master of Cinema-Award" ausgezeichnet wurde, noch den Preis für das beste Drehbuch und die beste Regie.

Wir gratulieren und freuen uns "den neuen deutschen Filmemacher" und seine Frau, die bekannte Sängerin und hier wichtige Mitarbeiterin des Films Salome Kammer, auf der Parkinsel am Rhein im Jubiläumsjahr mit seinem jüngsten Film DIE ANDERE HEIMAT zu begrüßen.


"DIE ANDERE HEIMAT – Chronik einer Sehnsucht" läuft am Sonntag, den 29. Juni 2014 in Kino 1 mit einer Pause um 19.00 Uhr. Edgar Reitz wird den vierstündigen Film um 16.00 Uhr vorstellen. Nach der Vorstellung um 21.15 Uhr ist ein öffentliches Werkgespräch mit Edgar Reitz und Salome Kammer geplant, danach laden Festivaldirektor Dr. Michael Kötz und Programmmanagerin Daniela Kötz zum Empfang.

Edgar Reitz hat große Teile seines reichen Filmemacherlebens dem monumentalen Zyklus „Heimat“ gewidmet, der anhand der Bewohner des fiktiven Hunsrückdörfchens „Schabbach“ eine überreiche Chronik der deutschen Geschichte vom Faschismus über den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder bis hin zum Aufbruch der 1968iger Jahre nachzeichnet.


DIE ANDERE HEIMAT spielt zwar ebenfalls in Schabbach, erzählt aber eine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert, in dem Armut, Hunger und Willkürherrschaft eine Auswanderungswelle nach Südamerika auslösen.


Der Bauernjunge Jakob träumt von einem besseren Leben in Brasilien und lernt sogar schon Indianersprachen. Doch erst einmal muss er den ärmlichen Alltag überleben. In atemberaubenden Schwarz-Weiß-Bildern entwirft Edgar Reitz das Fresco einer Zeitenwende. Die erste Dampfmaschine explodiert noch und es gehen nicht die auf die Reise, die die größte Sehnsucht haben, sondern die mit dem größten Leidensdruck und der größten Tatkraft, die nachher in Briefen ihre „andere Heimat“ beschreiben. Auf ein Staubkorn genau hat Reitz diese Welt aus Fachwerkhaus, Webstuhl und karger Suppe akribisch rekonstruiert. Manchmal setzt er sogar romantische Farbakzente. Ein Geldstück blinkt, der Flachs blüht und immer wieder werden Details herausgehoben. Kino für alle Sinne mit langem erzählerischem Atem und sinnlicher Liebe zur Landschaft. Vielleicht ist die Sehnsucht, die Reitz mit immer neuen Bildkompositionen heraufbeschwört, ja das wahre Vermächtnis, das düstere Zeiten hinterlassen können.

 


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