Festivalprofil

Das Sommerfestival des deutschen Films

Das Festival des deutschen Films, das auf der Parkinsel Ludwigshafen stattfindet, hat sich seit seiner Gründung 2005 mit der „Ludwigshafener Position“ auf die Förderung qualitativ wertvoller neuer deutscher Filme spezialisiert. Der jährlich vergebene Filmkunstpreis ist mit 50 000 Euro dotiert und wird an die beste deutsche Filmproduktion – unabhängig ob für Kino, Fernsehen oder digitalen Vertrieb – vergeben. 10 000 Euro gehen an die Regie, weitere 10 000 Euro an den Produzenten und 30 000 Euro an den deutschen Filmverleih, der den Film ins Kino bringt.

Eine unabhängige, jährlich neu berufene Jury anerkannter Persönlichkeiten des deutschen Films vergibt den Filmkunstpreis.

Der deutsche Film wird Kunst sein oder er wird nicht sein

Ludwigshafener Position

Wir glauben nicht an den Mythos einer deutschen Filmindustrie. Dieser Mythos jedoch ist die Grundlage des real existierenden deutschen Films. Eine deutsche Filmindustrie gibt es nicht.

Was der deutsche Film sein kann: eine Manufaktur der Filmkunst, eine Werkstatt des Sehens, in der individuelle Visionen Gestalt werden und in einen Dialog mit dem Zuschauer treten.

Der deutsche Film kann nur gestärkt werden, indem die Filmkünstler gestärkt werden.
Wir stellen uns der Angst entgegen: der Angst vor schlechten Einschaltquoten und vor kommerziellem Misserfolg.

Der deutsche Film kann eigensinnig, unberechenbar, ungeschliffen, waghalsig, ungezähmt, erschütternd sein. Er kann frei sein. Darum darf er nicht instrumentalisiert, zu Tode poliert und durch Sicherheitsformeln stranguliert werden.

Das Kino kann der Ort sein, an dem der Blick der Zuschauer aufgerissen und neu auf die Welt gerichtet wird. Der deutsche Film wird Kunst sein oder er wird nicht sein.

Der deutsche Film wird langfristig nur ökonomisch relevant sein, wenn er künstlerisch bedeutend ist.
Bereiten wir den Weg für einen Aufruhr der Phantasie.

Wir wollen keine falschen, abgeschliffenen, seelenlosen, konfektionierten Filme, wir wollen sie authentisch, ungeglättet, leidenschaftlich und lebendig; wir wollen keine rosigen Filme – wir wollen sie rot wie das Blut und die Liebe.

10. Juli 2005
Auf dem ersten "Festival des deutschen Films" auf der Parkinsel in Ludwigshafen

Nicolai Albrecht, Filmregisseur
Alexander Bickenbach, Filmproduzent
Felix Blum, Filmproduzent
Jule Böwe, Schauspielerin
Bettina Brokemper, Filmproduzentin
Fabian Busch, Schauspieler
Till Franzen, Filmregisseur
Niko von Glasow, Filmregisseur
Peter Heilrath, Filmproduzent
Stefan Hillebrand, Filmregisseur
Fred Kelemen, Filmregisseur
Peter Lilienthal, Filmregisseur
Arne Ludwig, Filmproduzent
Manuel Mack, Kameramann
Michael Proehl, Drehbuchautor
Oliver Paulus, Filmregisseur
Florian Schwarz, Filmregisseur
Hanna Schygulla, Schauspielerin
Alexandra Sell, Filmregisseurin
Robert Thalheim, Filmregisseur
Cyril Tuschi, Filmregisseur

Filmkunst - wozu?

Natürlich lieben wir das Kino! (schließlich machen wir es ja selbst): Hunderte von Menschen in einem großen Saal, die sich auf ein und den selben Augenblick konzentrieren. Aber nicht um jeden Preis. Denn noch wichtiger als der Ort ist immer die Qualität der Filmgeschichten, die erzählt werden. Der deutsche Film muss für die Menschen da sein, nicht umgekehrt. Kommerzielle Gesichtspunkte müssen zweitrangig sein. Nicht nur das Kino muss erhalten bleiben, auch ein qualitativ hochwertiges Fernsehprogramm, dass den deutschen Film tatkräftig ebenfalls fördert. Es muss egal sein, ob ein Film im Kino, im Fernsehen, in beiden zugleich oder nur als DVD, im Internet oder sonstwo zu sehen ist – Hauptsache es lohnt sich überhaupt, ihn anzusehen. Als einziges Festival in Deutschland machen wir da ab sofort keinen Unterschied mehr und nehmen alle Verwertungsschienen des deutschen Films gleich ernst, wenn es um die Filmkunst in Deutschland geht.