Der lange Sommer der Theorie

von Irene von Alberti

 Mit Julia Zange, Katja Weilandt, Martina Schöne-Radunski

Schon ihr Aufenthaltsort ist temporär. Im letzten alten Haus hinter dem Berliner Hauptbahnhof sind sie mehr wie Besetzerinnen als Mieterinnen. Das bisschen Geld, das sie brauchen, bringen die Touristen vorbei, die sich vorübergehend unter die airbnb-Bettdecken kuscheln. Katja ist gar nicht mehr so gerne Schauspielerin, immer auf der Suche nach besonders extremen Rollen. Martina, die Fotografin, ist es leid, von Kuratoren mit Schmeicheleien herumgeschubst zu werden. Und so halten sich alle an Nola, die einen Film über Feminismus und überhaupt über Theorie und Praxis plant. Dazu unterhält sie sich mit InterviewpartnerInnen wie Boris Groys und Carl Hagemann oder Lilly Lent und Andrea Truman. Auch auf dem WG-Sofa geht der Diskurs-Essay weiter. Was ist eigentlich los und was sollen wir tun? Die ewigen Fragen der Revolution stellen sich nicht nur im „Neuen Berlin“ auf eigenartige Weise frisch. Dafür sorgt schon Nolas mit Fragen bedruckter, dadaistisch anmutender schicker Hosenanzug. Ständig muss man sich die Frage stellen: befinden wir uns jetzt im „richtigen“ Spielfilmleben oder mitten in der dokumentarischen Wahrheitssuche der Theoretiker? Auch die Gedanken der Zuschauer werden ständig auf Trab gehalten. Absurde und unerwartete Wendungen sind an der Tagesordnung. Warum hatten es die sogenannten ’68er soviel leichter mit der Theorie? Und kann es eine oder mehrere Theorien für heute und morgen überhaupt noch geben? Ursprünglich sollte der Film eine Art Fortsetzung des Gemeinschaftsprojektes „Stadt als Beute“(2001) sein. Nun ist daraus ein kluges und unterhaltsames Einzelstück geworden.

Regie & Buch: Irene von Alberti
Länge: 81 Min.
Kamera: Jenny Lou Ziegel
Schnitt: Silke Botsch
Musik: Toni Kater
Ton: Rainer Gerlach
Szenenbild und Kostüm: Janina Audick
Produzent: Frieder Schlaich
Produktion & Verleih: Filmgalerie 451 GmbH & Co. KG . Saarbrücker Straße 24, Haus C, 2. Stock
10405 Berlin . Tel.: 030 339 828 00 . info@filmgalerie451.de . www.filmgalerie451.de

IRENE VON ALBERTI
Als Mitbegründerin der Filmgalerie 451 bietet Irene von Alberti (*1963) künstlerischen Filmen, die formal sowie inhaltlich ungewöhnlich und mutig sind, eine Plattform. Als Regisseurin und Autorin realisiert sie sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme, darunter der mit dem Spielfilmpreis der deutschen Filmkritik ausgezeichnete „Paul Bowles – Halbmond“ (1995). Von Alberti ist Mitglied der Vorauswahljury Deutscher Filmpreis.

Festivalkino 1
Sonntag, 10. September – 21:30 Uhr

Festivalkino 2
Freitag, 1. September – 19:00 Uhr
Sonntag, 3. September – 15:00 Uhr

Open Air
Montag, 4. September – 22:30 Uhr

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