Der wüste Gobi / Ein Tatort

von Ed Herzog

Mit Nora Tschirner, Christian Ulmen , Jürgen Vogel, Jeanette Hain, Thorsten Merten

Er hat einen unaussprechlichen Namen und ist verurteilt wegen dreifachen Frauenmordes. Gotthilf Bigamiluschvatokovtschvili, genannt Gobi, gespielt von Jürgen Vogel, hat ein unglaubliches Chaos im Kopf. Aber obwohl noch in derselben Nacht auch die Ehefrau des Forensikprofessors in identischer Weise erwürgt wird, trauen die beiden Weimarer Tatort-Ermittler dem Braten nicht. Wer schließlich schießt, entscheiden sie im Zufallsverfahren und auch auf wen, das ist ein spontaner Einfall. Ihr Wahlspruch lautet: „Muddi und Vaddi sind back in Town.“ Und so treten sie gemeinsam auf, um nebenbei zu beweisen, dass auch der verworrenste Kriminalfall genug Material für Witz und Ironie bereit hält. Vorausgesetzt, die Story erinnert an Hexer und Würger eines 1950er Jahre-Krimis und man stellt sich ihr so frech und dreist, dass es trotz allem eine bitterböse Auflösung geben kann. Allerdings können sich das nur Ermittler erlauben, die – mit ihrem nun fünften gemeinsamen Fall – den Zuschauern so ans Herz gewachsen sind, dass man ihnen jede Abstrusität aufs Neue erlaubt. Die Dialoge transportieren auch immer wieder Wissenswertes und machen vor strunz-arroganter Besserwisserei keineswegs halt. Natürlich braucht ein solches Team auch schön holzschnittartig angelegte Bösewichte auf der Gegenseite, die sich mit jeder noch so abseitigen Wende der Geschichte abzufinden vermögen. Also: Kriminalfall schön nostalgisch mit verrücktem Wissenschaftler und jeder Menge Lokalkolorit, gute Bösewichte voll Geilheit und Geldgier und ein Ermittlerpaar zum Knutschen. Da kann doch gar nichts mehr schiefgehen.

Regie: Ed Herzog
Buch: Murmel Clausen, Andreas Pflüger
Länge: 88 Min.
Kamera: Kristian Leschner
Schnitt: Knut Hake
Musik: René Dohmen
Ton: Erich Lutz
Produzenten: Nanni Erben, Quirin Berg, Max Wiedemann
Redaktion: Sven Döbler (MDR)
Produktion: Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG . Akademistr. 7 . 80799 München
Tel.: 089 452 323 70 . info@w-b.film . www.w-b-film.de

ED HERZOG
Im Anschluss an sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin drehte der Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann (*1965) zunächst zahlreiche Serienfolgen („Himmel und Erde“, „Der Fahnder“, „Der Elefant“) sowie abendfüllende Spielfilme für das Fernsehen. Im Kino konnte das Publikum zuletzt Herzogs Verfilmungen der Eberhof-Krimis – darunter den „Dampfnudelblues“ (2013) – nach den gleichnamigen Bestsellern der Autorin Rita Falk bestaunen.

Festivalkino 1
Freitag, 8. September – 22:30 Uhr
Sonntag, 10. September – 16:00 Uhr

Festivalkino 2
Mittwoch, 6. September – 19:00 Uhr
Sonntag, 17. September -19:00 Uhr

Open Air
Samstag, 9. September – 22:30 Uhr

Das FESTIVAL DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN feierte 19 Tage das deutsche Kino

Festivalfinale mit Preisverleihung

Preisgala für Drehbuchautor Markus Busch

Silly rockt die Parkinsel – Halbzeit auf dem 13. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein

Preisgala für Matthias Brandt

Wirkungstiefe und Nachhaltigkeit

WDR-Redakteurin LUCIA KEUTER erhält den ‚Medienkulturpreis 2017

Der Dokumentarfilm SILLY – FREI VON ANGST