Ich war eine glückliche Frau

von Martin Enlen

Mit Petra Schmidt-Schaller, Marc Hosemann, Rainer Bock, Imogen Kogge

Wäre es nicht schön, wenn die Nachbarn an unserem Leben voller Empathie teilnehmen würden? Oder würde das zu weit gehen, wenn man eines Tages erführe, wie sehr die Brüche in unserem Leben durch ein „Fenster zum Hof“ nachempfunden worden sind, oft lange bevor sie uns selbst klar wurden? So ergeht es Eva, die mit Mann und Kindern in ein schönes Haus in Oberursel einzieht und dort das ideale Glück lebt. Erfahren wird sie davon aber erst viele Jahre später. Längst lebt sie woanders und hat sich von ihrem Mann getrennt. Ein Anruf des Nachbarn lädt sie dazu ein, ihr glückliches Leben im Rückblick noch einmal nachzuerleben. Sie sitzt dabei an dem Tisch, an dem Frau Blok immer gesessen hat, als sie sie beobachtet hat. Offenbar, das wird schnell klar, hat die alte Frau durch dieses Miterleben des Glücks auf der anderen Seite der Hecke ihrem eigenen beschwerlichen Leben mit heftiger Krankheit einen neuen Sinn gegeben. Das vermutet Herr Blok, der sie stets darin bestärkt hat, diesen Weg zu gehen, weil es ihr dann besser ging. Inzwischen ist sie gestorben. Schon in den winzigen und dann dramatischen Veränderungen im Garten Evas, habe sich, erzählt der Mann, offenbar der Wandel angekündigt. Eva lernt etwas über ihr Leben dazu. Sie spürt aber auch die Gefahren dieses Doppelgängerlebens, das nach einer Geschichte der niederländischen Autorin Margriet de Moor, die für die Genauigkeit ihrer Gefühlsbeobachtungen bekannt ist, inszeniert wurde. Und so ist denn auch dieser Film eine einfühlsame Reise zu den feinen Verästelungen der Gefühlswelten seiner Figuren.

Regie: Martin Enlen
Buch: Edda Leesch
Länge: 88 Min.
Kamera: Philipp Timme
Schnitt: Stefan Kraushaar
Musik: Dieter Schleip
Ton: Peter Senkel, Majid Sarafi
Produzentin/Redaktion: Liane Jessen (HR)
Produktion: Hessischer Rundfunk (HR) . Bertramstr. 8 . 60320 Frankfurt a. M.
Tel.: 069 15 51 . hr-fernsehen@hr.de . www.hr-online.de

MARTIN ENLEN
präsentiert in diesem Jahr bereits seinen sechsten Film auf der Parkinsel in Ludwigshafen. „Über den Tag hinaus“ brachte ihm 2015 bei uns den Publikumspreis ein. Auch aus der deutschen Fernsehlandschaft sind die Produktionen des gebürtigen Frankfurters (*1960) nicht mehr wegzudenken. So realisierte Martin Enlen unter anderem mehrere Folgen der Tatort-Reihe sowie Beiträge für „Wilsberg“ und „Bella Block“. Der Regisseur lebt und arbeitet in München.

Festivalkino 1
Samstag, 9. September – 18:00 Uhr
Dienstag, 12. September – 20:00 Uhr

Festivalkino 2
Montag, 11. September – 19:00 Uhr

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