Luft

von Anatol Schuster

Mit Paula Hüttisch, Lara Feith, Matthias Neukirch, Anna Brodskaja, Marija Kandic, Jakob D’Aprile, Thomas Di Bernardo

Dieser Film ist gar keiner oder auch einfach nur mehr als das. Er beginnt mit einer Frau im Lotussitz, die in die Ferne eines Gebirges schaut, ins Grüne, in die Natur. Ein schönes Bild, das uns gleich auf die Stimmung des Films vorbereitet. Menschen tauchen auf, das Meer, Musik und Mastschweine. Alle Bilder haben eine Mitte, ein Lufthauch weht hindurch. Sonnenstrahlen durchströmen sie. Wir hören eine Sprache, die wir nicht verstehen. Die Pilze aber, das versteht man doch, sollen noch vor Sonnenaufgang geerntet werden. Die wahre Liebe ist diejenige ohne Lügen und ohne Angst und sie hinterlässt keine Spuren. Man kann diesen Film einfach nur spüren und genießen. Man muss ihn auch ertragen und ihm gelegentlich widerstehen. Man kann mit ihm mitschwingen und sich mit jeder Pore von ihm durchdringen lassen. Er ist ein großes Wunder, das man bestaunen muss. So entschieden schiebt er alles beiseite, was man sonst von einem Film erwartet. Aber auch in der Literatur sind die Stilmittel eines Gedichts bescheidener als die eines großen Romans. Und doch kann die Poesie komplexe Zustände wie die unseres Lebens mit all seinen Geschichten, Farben, Klängen und Strukturen komplexer erfassen als die klassischen faktenreichen Erzählmedien. Das gilt alles auch für das Kino mit seinen unendlichen Möglichkeiten, auch mit der Möglichkeit, mit ganz wenig unglaublich viel mehr zu bewegen. Wen diese Bilder nicht rühren, der lebt nicht mehr.

Regie: Anatol Schuster
Buch: Anatol Schuster, Britta Schwem
Länge: 91 Min.
Kamera: Julian Krubasik
Schnitt: Gesa Jäger
Musik: Henrik Ajax
Ton: Cornelia Böhm
Produzenten: Isabelle Bertolone, Marius Ehlayil
Redaktion: Natalie Lambsdorff (BR)
Produktion: wirFILM Bertolone & Ehlayil GbR . Kirchenstr. 5 . 81675 München
Tel.: 0178 836 82 05 . isabelle@wirfilm.de . www.wirfilm.de

ANATOL SCHUSTER
absolvierte ein Regie-Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Auf dem diesjährigen Festival präsentiert der Regisseur seinen Abschlussfilm „Luft“ – zugleich sein Kinodebüt. Schuster (*1985), der während seines Studiums eine Reihe experimenteller Kurzfilme realisierte, erhielt auf der Berlinale 2015 in der Sektion Perspektive Deutsches Kino für „Ein idealer Ort“ die Auszeichnung Bester Film. Im gleichen Jahr präsentierte er den Film bei uns.

Festivalkino 1
Freitag, 15. September – 18:00 Uhr
Sonntag, 17. September – 14:00 Uhr

Festivalkino 2
Sonntag, 10. September – 13:00 Uhr
Samstag, 16. September – 23:00 Uhr

Open Air
Sonntag, 10. September – 22:30 Uhr

Das FESTIVAL DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN feierte 19 Tage das deutsche Kino

Festivalfinale mit Preisverleihung

Preisgala für Drehbuchautor Markus Busch

Silly rockt die Parkinsel – Halbzeit auf dem 13. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein

Preisgala für Matthias Brandt

Wirkungstiefe und Nachhaltigkeit

WDR-Redakteurin LUCIA KEUTER erhält den ‚Medienkulturpreis 2017

Der Dokumentarfilm SILLY – FREI VON ANGST