Offene Wunde deutscher Film

von Dominik Graf, Johannes F. Sievert

Mit Trevor Howard, Uschi Glas, Götz George, Wolfgang Kieling, Marianne Koch, Walter Giller uva.

Schon ersten Teil, den wir 2016 präsentierten, in „Verfluchte Liebe deutscher Film“, fragten sich Dominik Graf und Johannes F. Sievert, warum der unberechenbare, frische, sinnliche und verwegene deutsche Film kaum stattfand und wenn, dann eher im vielgescholtenen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. In dieser Dokumentation mit vielen Filmbeispielen gehen die beiden noch einen Schritt weiter. Warum entwickelte das deutsche Kino nie einen solchen Wagemut für hellsichtige politische Themen wie Wolfgang Menge mit seinem Fernsehfilm „Smog“? Warum wurden Experimente mit dem Genre wie „Abwärts“ von Carl Schenkel nicht weitergeführt? Weshalb verschwanden Blüten wie Jürgen Goslars „Die Sklavenjäger“ trotz aufwändiger, internationaler Produktion in der vollkommenen Vergessenheit? Besonders bei der letzten Produktion wünscht man sich die Wiederkehr dieses Filmerbes einmal in einer vollständigen Retrospektive. Der Film, 1978 mit Trevor Howard und Ron Ely äußerst prominent besetzt, wurde nur in drei süddeutschen Kinos vorgeführt und von der Kritik „gnadenlos in der Luft zerrissen“. Die Genrehaftigkeit und der Hang dieses Films zu knalligen Kino-Klischees, so die These Dominik Grafs und Johannes F. Sieverts, standen dem Erfolg dieses Films im Weg. Überhaupt setzt das deutsche Autorenkino meist eher auf „guten Geschmack“, als sich Grenzüberschreitungen in Stil und Sujet zu erlauben. Vielleicht gäbe es da auch im Punkt „Gewaltdarstellung“ einen gewissen Nachholbedarf. Viele Denkanstöße. Und ein randvoller Köcher mit nie gesehenen Filmbeispielen, die als Pfeile der Kritik verschickt werden.

Regie & Buch: Dominik Graf, Johannes F. Sievert
Länge: 90 Min.
Kamera: Hendrik A. Kley
Schnitt: Patricia Testor
Musik: Florian Van Volxem, Sven Rossenbach
Ton: Sergio Campanese
Produzenten: Johannes F. Sievert, Jan Löffler
Produktion: Augustin Film KG . Käthe Niederkirchner Str. 16 . 10407 Berlin
Tel.: 030 403 939 88 . willkommen@augustinfilm.de . www.augustinfilm.de

DOMINIK GRAF
gilt als einer der renommiertesten und produktivsten Filmemacher Deutschlands. Die Liste seiner Auszeichnungen ist lang – allein zehn Adolf-Grimme-Preise durfte der gebürtige Münchner (*1952) für seine Inszenierungen bisher entgegen nehmen. Graf war bereits mehrfach auf dem Festival des deutschen Films zu Gast, zuletzt im vergangenen Jahr mit „Verfluchte Liebe deutscher Film“ (2016).

JOHANNES F. SIEVERT
Nach seinem Studium – Film- und Fernsehwissenschaften, Theater- und Politikwissenschaften sowie Regie – gründete Johannes F. Sievert seine eigene Produktionsfirma. Als Regisseur und Drehbuchautor debütierte Sievert 2015 mit dem Langfilm „Rewind“. „Offene Wunde deutscher Film“ (2017) ist das zweite Filmprojekt, das in Zusammenarbeit mit Dominik Graf entstand.

Festivalkino 1
Mittwoch, 13. September – 14:00 Uhr

Festivalkino 2
Donnerstag, 31. August – 15:00 Uhr
Freitag, 8. September – 13:00 Uhr
Samstag, 9. September – 13:00 Uhr

Filmfestival Ludwigshafen 2018 beginnt am 22. August 

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