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Gruber geht

Kategorie: Spezialvorführungen

von Marie Kreutzer, 2015.

Was passiert, wenn der gutaussehend-erfolgreiche Aufreißer und Porschefahrer in Wien zum Arzt muss, wohin sonst nur, wie er sagt, die Luschen und Feiglinge hingehen? Kann er nach der Diagnose so weiter machen wie bisher? Er kann. Aber will er es wirklich?

 

Eine Kolumnistin in Österreich, Doris Knecht, bekannt für ihre bissigen Kommentare über die dynamischen Karrieretypen der Stadt Wien, verfasste vor ein paar Jahren ihren ersten Roman, „Gruber geht“, in dem es einen von diesen Aufreißern und Porschefahrern erwischt, Diagnose Krebs. Und das, obwohl er findet, Ärzte seien etwas für Luschen und Feiglinge. Was macht so einer damit? Alles, Hauptsache, er wird nicht weich wie die anderen. Wie ein angeschossenes Raubtier zieht er seine Bahnen weiter und nur schwer vermag er sich zu fügen, in das Krankenhaussystem beispielsweise. Die österreichische Regisseurin und Drehbuchautorin des Films, Marie Kreutzer („Die Vaterlosen“), setzte den Bestseller um und beließ den Helden (Manuel Rubey) so selbstbezogen eitel wie im Roman, ließ ihn von Bob Dylan schwärmen und im edlen Porsche durch die Gegend fahren, ein gut aussehendes Ekel mit verstecktem Hang zum Besseren, das aber aus unerfindlichen Gründen für viele Frauen attraktiv ist. In diesem Fall für eine Berlinerin (Bernadette Heerwagen), mit der er eine Liebesgeschichte beginnt als hätte er jede Zeit der Welt. Das ist schön und es

ist mutig und es freut einen, dabei zuzusehen, wie der Mann sich auf seine Weise nicht unterkriegen lassen will. Zugleich ist die Geschichte so angelegt, dass man nur darauf wartet, dass sein eitles Konzept zusammenbricht. Tut es auch, zumindest im heimlichen Innern. Denn dort wird der klassische Wunsch nach einer Familie, nach Frau mit Kind, immer größer. Das ist als Klischee kritisiert worden. Ok, aber weiß jemand einen besseren Sinn des Lebens? (MK)

 

 

FSK: ab 16 Jahre

Marie Kreutzer, 2015

Marie Kreutzer ist eine österreichische Filmemacherin und Drehbuchautorin. Nachdem sie bis 2005 Buch und Dramaturgie an der Filmakademie Wien studiert hatte, gewann sie bereits mit ihrem Langspielfilmdebüt „Die Vaterlosen“ (2011), das auch beim 8. Festival des deutschen Films mit dabei war, den ‚Großen Diagonale-Preis Spielfilm’. Kreutzer (*1977) arbeitet schon an ihrem nächsten Projekt, der Komödie „Was hat uns bloß ruiniert“.

Angaben zum Film

Länge: 104 Minuten
Regie: Marie Kreutzer, 2015

Spielzeiten Ludwigshafen

Do 16. Juni 21.00 Uhr Festivalkino 1
Fr 17. Juni 16.00 Uhr Festivalkino 2
Fr 24. Juni 16.00 Uhr Festivalkino 2
Sa 02. Juli 17.00 Uhr Festivalkino 1