Preis für Schauspielkunst für Matthias Brandt

Das 13. Festival des deutschen Films zeichnet einen der besten  Schauspieler Deutschlands aus

Ludwigshafen, den 17. Juni 2017 – Sie geben dem deutschen Film Charakter und Persönlichkeit – sie lassen ihn leben und atmen. Es gibt eine große Anzahl ausgezeichneter Schauspielerinnen und Schauspieler im Land, und das Filmfestival will darauf hinweisen: Den „Preis für Schauspielkunst“ erhält 2017 Matthias Brandt. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 9. September 2017 um 20.00 Uhr im Rahmen einer Galaveranstaltung statt. Im Anschluss präsentiert das Festival den Spielfilm„Männertreu“ von Hermine Huntgeburth.

„Matthias Brandt ist zu einem der ganz Großen des deutschen Films herangereift“, so Festivaldirektor Dr. Michael Kötz. „Ich freue mich sehr, den „Mann für alle Fälle“ den diesjährigen Preis für Schauspielkunst zu verleihen.“ 

 

Sein Sprung in die erste Liga der deutschen Filmschauspieler geschah völlig überraschend, sozusagen über Nacht. Nach der Schauspielschule in Hannover und dem Engagement an zahlreichen renommierten deutschen Bühnen ab 1985 (u.a. am „Nationaltheater Mannheim“) war der jüngste Sohn des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt zwar schon einmal im Fernsehen zu sehen gewesen, aber erst „Im Schatten der Macht“ machte ihn 2003 sofort bekannt. In Oliver Storz‘ zweiteiligem Film über die letzten Tage einer Ära des von Michael Mendl gespielten wichtigsten deutschen Politikers der Nachkriegszeit, übernahm Matthias Brandt eine ganz besondere Rolle – die des Brandt-Vertrauten und heimlichen DDR-Agenten Günter Guillaume. Matthias Brandt war es wichtig, die komplexe Wahrheit des Doppellebens dieses Mannes, der seinen Vater stürzte, zu schildern, was ihm vorzüglich gelang. Leider wurde damals weniger die darstellerische Leistung des jungen Schauspielers gewürdigt, sondern eher über dessen direkte Wahrnehmung der Ereignisse spekuliert, schließlich hatte er selbst seine ganze Jugend „im Schatten der Macht“ verbracht, was er kürzlich in einer Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel „Raumpatrouille“ zum Bestsellererfolg verarbeitet hat. Matthias Brandt wurde damals mit diesem Film „entdeckt“. Mit seinem natürlich an den berühmten Vater erinnernden, markanten Gesicht spielte er fortan in immer mehr Filmen für den Fernsehschirm oder die große Leinwand. 2010 zum ersten Mal unter der Regie von Dominik Graf in der Fernsehserie „Polizeiruf 110“, wo er als mürrischer Kommissar Hanns von Meuffels zwar jeden Fall löst, aber meist mit Ecken und Kanten auftritt. Mit ähnlichen Rollen, auch einmal als problematischer Charakter und Bösewicht, hat er Sie inzwischen in mehr als 60 Filmen begeistert und den Ruf des populären Brandt-Sohnes gegen den eines besonders exzellenten Charakterdarstellers eingetauscht. Für seine Rolle in dem Ehemelodrama „Gegenüber“ von Jan Bonny wurde er 2008 als ‚Bester deutscher Schauspieler‘ ausgezeichnet und konnte sich fortan, mit zahlreichen Filmpreisen bekränzt, über mangelnde Anerkennung nicht beklagen. Er wagte sich an undankbare und schwierige Rollen heran, wie die des Journalisten und Autors Ernst Feder in Maria Schraders „Vor der Morgenröte“. Und er blickte in Beziehungsabgründe in Stefan Krohmers kleinem Meisterstück „Verratene Freunde“. Auch in Hermine Huntgeburths satirisch geprägter Charakteranalyse im Sittengemälde „Männertreu“, den das Festival zu seinen Ehren nach der Preisverleihung in einer Sondervorführung zeigt, spielt er gekonnt eine reichlich zwiespältige Figur.

 

Die bisherigen Preisträger für Schauspielkunst des Festival des deutschen Films

Hanna Schygulla (2005)

Klaus Maria Brandauer (2006)

Katja Riemann (2007)

Nina Hoss / Devid Striesow (2008)

Hannelore Elsner (2009)

Moritz Bleibtreu (2010)

Andrea Sawatzki (2011)

Sandra Hüller / Otto Sander (2012)

Bruno Ganz (2013)

Anna Loos / Jan Josef Liefers (2014)

Corinna Harfouch / Mario Adorf (2015)

Maria Furtwängler / Ulrich Tukur (2016).

Über das Festival

Ein Festival wie kein anderes. Mit zuletzt 120.000 Besuchern in einer Zeltlandschaft am Rhein. Ein Festival, bei dem nicht vom Geld die Rede ist, sondern von der Kunst des Kinos. Ein Ort der Begegnung von Publikum, Stars und Branche. Aus Liebe zum Kino – seit 2005 auf der Parkinsel Ludwigshafen am Rhein.

 

(Foto: Matthias Scheuer)

Das FESTIVAL DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN feierte 19 Tage das deutsche Kino

Festivalfinale mit Preisverleihung

Preisgala für Drehbuchautor Markus Busch

Silly rockt die Parkinsel – Halbzeit auf dem 13. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein

Preisgala für Matthias Brandt

Wirkungstiefe und Nachhaltigkeit

WDR-Redakteurin LUCIA KEUTER erhält den ‚Medienkulturpreis 2017

Der Dokumentarfilm SILLY – FREI VON ANGST