Preisgala für Matthias Brandt

Das 13. Festival des deutschen Films zeichnet einen Schauspieler der „Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit“ aus

Ludwigshafen, den 9. September 2017 – Vor 2.400 Gästen in zwei Kinos wurde heute der „Preis für Schauspielkunst“ des 13. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein an Matthias Brandt verliehen. Anschließend wurde der Film „Männertreu“von Hermine Huntgeburth gezeigt.

„Ich glaube, dass es grundsätzlich nicht schlimm ist, in unserer Arbeit zu scheitern“, sagt Matthias Brandt in seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des „Preis für Schauspielkunst“ selbstreflektierend. Damit spiegelt er wieder, was Dr. Michael Kötz anlässlich der Preisvergabe in seiner Laudatio über ihn sagte. Er sei ein Mensch, „der sich vor allem für das interessiert, was man nicht so einfach aussprechen kann oder aussprechen will“.

„Eine Kamera ist für mich in vielerlei Hinsicht ein magischer Apparat. Sie ist unter anderem in der Lage, Gedanken zu lesen. Und sie ist dabei ein empfindlicher Lügendetektor. Filmschauspielerei heißt für mich in erster Linie, präzise zu denken. Nicht auf Wirkung zu spekulieren. Sondern darauf zu vertrauen, dass dieser Gedanke in der Kamera sichtbar werden wird. (…)
Erfolg ist etwas Schönes und ich fürchte auch unabdingbar dafür, dass mein Beruf Spaß macht. Man spielt eben nicht nur für sich selbst und möchte gesehen und gemacht werden. Ich glaube aber auch, dass es grundsätzlich nicht schlimm ist, in unserer Arbeit zu scheitern. Man sollte es allerdings aus ehrenwerten Gründen tun: Weil man sich etwas traut, etwas riskiert, das dann naturgemäß auch mal schiefgehen kann. Dann ist das Scheitern ein integraler Bestandteil unserer Arbeit und sogar eine Positionierung gegen die elende Menschenoptimierungs- und Effizienzkultur, die unser ganzes Leben immer mehr bestimmt. Was ich nicht leiden kann, ist das Scheitern aus Denk- und Lernfaulheit. Scheitern, weil man zu schnell zufrieden war. Und Scheitern, weil jemand meint, „den Zuschauer“ zu kennen und ihm nach dem Mund redet, ihm vermeintlich das gibt, „was er haben will“, und ihn dadurch anmaßend und zynisch unterschätzt. (…)
Der Preis, den ich heute bekomme, ist ein Preis für Schauspielkunst, was mich natürlich einerseits bauchpinselt, andererseits ist das aber auch ein nicht ungefährlicher Begriff, wenn der Geehrte das zu ernst nimmt. Oder anders: einem Schauspieler, der sich während seiner Arbeitszeit damit beschäftigt, dass das, was er gerade tut, Kunst ist, kann man nicht mehr zuschauen. Das ist nicht auszuhalten. Wenn ich sagen sollte, was ich (außer Talent und Fleiß) für die wichtigsten Eigenschaften halte, über die ein Schauspieler, eigentlich jeder Filmemacher verfügen muss, dann wäre meine Antwort die, dass ihm am besten, ehrlichsten, traurigsten und lustigsten Sinne nichts Menschliches fremd sein darf. Niemals. Nur dann macht unsere Arbeit, egal in welcher Form, egal in welchem Genre, Sinn. Auch über die Kunst hinaus.

(Auszug aus der Rede von Matthias Brandt anlässlich der Preisverleihung)

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