Regiepreis Ludwigshafen 2018 für Hans Weingartner

Ludwigshafen, den 12. Juli 2018 — Der „Zauberer der Regiekunst“ Hans Weingartner wird mit dem neu geschaffenen, undotierten „Regiepreis Ludwigshafen“ im Rahmen des Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.

„Manchmal stößt man bei der Durchsicht aller neuen deutschen Filme für das jährliche Programm auf Filmwerke, die einen spontan begeistern und staunen lassen über die außergewöhnlich hohe Qualität insbesondere der Regiearbeit dieses Films“, so Dr. Michael Kötz. „Oft ist das ein Werk, das bislang noch gar nicht besonders aufgefallen ist. Der neue „Regiepreis Ludwigshafen“ will auf ein Filmwerk hinweisen, das herausragt aus der Menge der Filme des Jahres, jedenfalls nach Meinung der Festivaldirektion. Der Preis ist ein Ausrufezeichen: „Achtung! Hier kann es jemand wirklich!“ Und natürlich ist es schön, aber keineswegs eine Bedingung, wenn die Regisseurin, der Regisseur nicht zum ersten Mal ein Meisterwerk vorgelegt haben – wie in diesem Fall unser erster Preisträger Hans Weingartner.“

Der erste Regiepreis Ludwigshafen geht an Hans Weingartner für seinen aktuellen Film „303“. Die Preisverleihung findet am Freitag, 7. September 2018 um 19:00 Uhr im Festivalkino 2 statt. Das öffentliche Bühnengespräch mit Regiepreisträger Hans Weingartner findet um 22:00 Uhr im Diskussionszelt statt.

Weingartner erzählt in „303“ von einem jungen Paar, on the road nach Süden, das versucht,  die Welt zu verstehen und nicht verhindern kann,  dass die Liebe ausbricht… – mit Mala Emde und Anton Spieker in den Hauptrollen

„Eigentlich wollte er Neurologe werden, der aus Voralberg stammende Hans Weingartner. Und er war auch Österreichs „Programmierer des Jahres“. Doch dann überwältigte ihn die Liebe zum Kino. Er studierte an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln das Regiehandwerk und machte schon mit seinem Diplomfilm „Das weiße Rauschen“ Furore, den er für nur 42.000,- DM größtenteils in seiner Wohngemeinschaft gedreht hatte. Das Porträt eines Schizophrenen, gespielt von Daniel Brühl, gewann den Hauptpreis des Filmfestival Max Ophüls Preis und Weingartner zählte auf Anhieb zu den Nachwuchshoffnungen des deutschen Films. Mit derart plötzlichen Erfolgen beginnt oft schon der Abstieg. Doch Weingartner ließ sich nicht verbiegen und traute sich als nächstes einen dezidiert politischen Film zu drehen. Das politische Wagnis seiner Geschichte dreier jugendlicher Sozialrevolutionäre, die mit ihrem Slogan „Die fetten Jahre sind vorbei“ Kritik am herrschenden Kapitalismus betreiben, aber lohnte sich. Nach sieben Jahren ohne deutsche Filme in Cannes, war sein Film dort im Internationalen Wettbewerb. Das rasante Porträt einer Generation war sehr erfolgreich und erlangte in manchen Ländern den Status eines Kultfilmes. Mit seinem nächsten Projekt betrieb er mit Moritz Bleibtreu als abgehalftertem TV-Produzenten nachhaltig Kritik am Einschaltquotenwahn des deutschen Fernsehens. Inzwischen war Weingartner ein vielbeachteter Regisseur und durfte 2009 mitmachen am Gemeinschaftsprojekt von 13 deutschen FilmemacherInnen: „Deutschland 09“. In „Die Summe meiner einzelnen Teile“, der Geschichte eines geistig labilen Mathematikers, erzählt er von den Grenzerfahrungen eines Glückssuchers, der in einer Hütte im Wald den Neubeginn sucht. „Weingartner vergisst bei aller Kritik an den Zuständen nie auch Utopien zu skizzieren“, schrieb eine große deutsche Zeitung. Diese Spezialität hat er mit seinem jüngsten Film „303“ zu einer neuen Meisterschaft gebracht“, so Festivaldirektor Dr. Michael Kötz über Hans Weingartner.

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