Der Filmkunstpreis 2019 des 15. FESTIVALS DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN geht an „Sag Du es mir“, Regie & Buch: Michael Fetter Nathansky

Ludwigshafen, den 7. September 2019 – Die Jury hat sich entschieden. Der Filmkunstpreis des 15. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen geht an „Sag Du es mir“, Regie & Buch: Michael Fetter Nathansky. Die Jury – Katharina Dufner (Filmproduzentin), Robert Fischer (Filmpublizist, Regisseur und Filmhistoriker) und Uwe Janson (Regisseur, Drehbuchautor und Produzent)  haben zudem an „Atlas“, Regie: David Nawrath, Drehbuch gemeinsam mit Paul Salisbury, und „Es gilt das gesprochene Wort“, Regie: Ilker Çatak, Drehbuch gemeinsam mit Nils Mohl, „lobende Erwähnungen“ vergeben.

Der Medienkulturpreis, Juror in diesem Jahr ist der renommierte Filmkritiker, Publizist und Regisseur Hans-Christoph Blumenberg, geht zu gleichen Teilen an „Und wer nimmt den Hund?“, inszeniert von Rainer Kaufmann, und „Im Schatten der Angst“, inszeniert von Till Endemann.

Der Publikumspreis Rheingold geht an „Crescendo“, Regie: Dror Zahavi, Drehbuch gemeinsam mit Johannes Rotter.

Die Preise im Überblick:

FILMKUNSTPREIS

Der Ludwigshafener Filmkunstpreis wird durch eine unabhängige dreiköpfige Fachjury verliehen. In Frage kommen Kinofilme und Mischformen Kino-Fernsehen, aber auch reine Fernsehproduktionen. Entscheidend ist allein die ästhetische Qualität der Filme. Der Preis ist nicht teilbar. Der Preis ist mit 30.000 € dotiert – 10.000 an die Regie, 10.000 € an die Produktion und 10.000 € an den Kinofilmverleih des Preisträgers. Die Preissumme an den Kinofilmverleih ist eine Unterstützung des Festivals für die Präsentation anspruchsvoller Filme im alltäglichen Kino. Dabei ist es egal, ob ein Kinostart des Preisträgerfilms noch bevorsteht oder schon erfolgt ist.

Preisträger 2019

Sag Du es mir

Regie & Drehbuch: Michael Fetter Nathansky

Produktion: Wood Water Film in Koproduktion mit Contando Film

Filmverleih: tba.

Begründung der Jury:

Hinter dem etwas rätselhaften Titel dieses Erstlingswerks verbirgt sich eine raffiniert aus unterschiedlichen Perspektiven erzählte, im Plattenbaumilieu der Potsdamer Havelbucht spielende Alltagsgeschichte, die es schafft, den Zuschauer auf ebenso intelligente wie vergnügliche Weise zum Komplizen in einem filmischen Vexierspiel zu machen. Michael Fetter Nathanskys formal erfindungsreiche Umsetzung seines präzise strukturierten Drehbuchs, Leander Otts atmosphärische Kamera und die große schauspielerische Leistung von Marc Ben Puch und ganz besonders von Gisa Flake und Christina Große als starkes Schwesternpaar verbinden sich zu einer Reflexion über die trügerische Eindeutigkeit von Realität und die manifeste Magie des Kinos.

 

Michael Fetter Nathansky:Das ist unsere Weltpremiere des Films und damit hier zu starten, das ist wunderbar. Ich bin kein Profi für Preise, also muss das Gefühl erstmal bei mir ankommen. Bis jetzt fühlt sich das hier noch sehr wie ein Traum an. Der Film heißt „Sag du es mir“ und ihr hier in Ludwigshafen habt so viel gesagt und gefragt, das war wunderbar. Vielen Dank!“

Lobende Erwähnungen

Atlas“, Regie: David Nawrath, Drehbuch gemeinsam mit Paul Salisbury

Begründung der Jury:

Nawraths beeindruckendes Regiedebüt ist die mit Thrillerelementen gespickte psychologische Studie eines gebrochenen Mannes, genial verkörpert von Rainer Bock, der durch eine zufällige Begegnung dazu gebracht wird, seine Lethargie aufzugeben und aktiv Verantwortung für frühere Schuld und gegenwärtige Handlungen zu übernehmen.

Es gilt das gesprochene Wort“, Regie: Ilker Çatak, Drehbuch gemeinsam mit Nils Mohl

Begründung der Jury:

Çataks zweiter Spielfilm erzählt von der Scheinehe zwischen einer erfolgreichen deutschen Frau und einem jüngeren Kurden, die beide von den Konsequenzen ihrer Vereinbarung überrascht und verändert werden. Die gesellschaftliche Relevanz und mutige filmische Umsetzung dieses Stoffes liegen auf höchstem Niveau.

 

Der Publikumspreis „Rheingold“

Der „Rheingold“ wird als Ludwigshafener Publikumspreis verliehen. Der Preis ist gleichwertig und in gleicher Höhe dotiert wie der Filmkunstpreis des Festivals. In diesem Wettbewerb laufen alle neuen Filme des Programms. Der Preis ist nicht teilbar. Der Preis ist mit 30.000 € dotiert – 10.000 an die Regie, 10.000 € an die Produktion und 10.000 € an den Kinofilmverleih des Preisträgers.

Preisträger 2019

Crescendo

Regie: Dror Zahavi, Drehbuch gemeinsam mit Johannes Rotter

Produktion: CCC Filmkunst, Alice Brauner, in Koproduktion mit ServusTV, MZ-film, Filmvergnuegen, AVE Publishing und Niama Film

Verleih: Camino Filmverleih

Alice Brauner: „Als ich meinem Vater, Artur Brauner, der leider kürzlich verstorben ist,  den Film „Crescendo“ gezeigt habe, hat er gesagt: „Leider gut!“ – Und das war ein Kompliment. Dieser Preis ist das tollste, was man überhaupt gewinnen kann, den Publikumspreis. In der Finanzierung haben nicht viele an das Projekt geglaubt, Servus TV aus Österreich hat uns dann gerettet. Ich danke dem Ludwigshafener Publikum, ich danke ihm von ganzem Herzen. Dass der Film bei ihnen so sensationell angekommen ist, hat uns bei der Premiere zu Tränen gerührt. Ich war schon in Cannes, Venedig und auf der Berlinale, aber das ist das schönste Festival ever. Ich danke dem Publikum, denn was sie uns hier gegeben haben, das werde ich zum Anlass nehmen, weiterhin Filme zu machen auch gegen den Strom.“

 

MEDIENKULTURPREIS

Der Medienkulturpreis geht an einen Fernsehfilm, der eine cineastisch besonders gelungene „Kino-Qualität“ hat. Den Preis erhält die verantwortliche Redaktion der Fernsehanstalt, er ist undotiert.

Juror 2019 Hans-Christoph Blumenberg: „Opulent, riskant und visuell intensiv? Die acht bemerkenswerten Filme, die mir vorlagen, waren auf unterschiedlichste Weise all das, aber zwei von ihnen haben mich noch mehr beeindruckt als die anderen. 

Der Medienkulturpreis geht zu gleichen Teilen an die Redakteurinnen und Redakteure, die uns zum einen eine wunderbar komplexe, unverschämt witzige, mitunter auch melancholische Tragikomödie beschert haben, von zwei genialen Hauptdarstellern geadelt. Zum anderen ein spannungsreiches  Psychodrama, das sich anfangs zu einer weiteren Hommage an das nicht mehr ganz taufrische Schweigen der Lämmer zu entwickeln scheint, sich dann aber peu a peu entpuppt  als suspensevolle, abgründige Amour Fou, wie sie sich der große Georges Simenon nicht schöner hätte ausdenken können. Ein Nachtfilm, ein Seelendrama, auch und gerade visuell sehr beeindruckend.“

 

Preisträger 2019

„Und wer nimmt den Hund?“, inszeniert von Rainer Kaufmann, geschrieben von Martin Rauhaus, produziert von der Hamburger Relevant Film, redaktionell betreut von Stefan Kruppa und Nadine Becker von der ARD Degeto.

„Im Schatten der Angst“, inszeniert von Till Endemann, geschrieben von Rebekka Reuber und Marie-Therese Till, produziert von der Münchner Tivoli Film und der Mona Film, redaktionell begleitet von Solveig Cornelisen vom ZDF und von Nina Fehrmann-Trautz vom ORF.

Begründung: „Und wer nimmt den Hund?“ ist eine absolute Rarität im deutschen Gegenwartsfilm, ein radikal komischer, radikal bösartiger Film für Erwachsene, inspiriert möglicherweise  von Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“ wie von den besten Werken von Woody Allen. Martina Gedeck und Ulrich Tukur bleiben als taumelnde Stadtneurotiker unvergesslich. Der Film, ursprünglich allein für eine Fernsehauswertung gedacht, ist inzwischen auch im Kino sehr erfolgreich. Das ist ein grosser Erfolg für alle Beteiligten, nicht zuletzt auch für die Redakteure Stefan Kruppa und Nadine Becker.

Stefan Kruppa: Das Festival ist auf dem Weg, mein „In“-Festival zu werden. Der Preis ist eine Ehre. Ich nehme den Preis als Ansporn mit, weil wir tatsächlich manchmal geneigt sind, den einfachen Weg zu gehen. Schönen Dank und einen schönen Abend.“

„Im Schatten der Angst“, inszeniert von Till Endemann, geschrieben von Rebekka Reuber und Marie-Therese Till, produziert von der Münchner Tivoli Film und der Mona Film, redaktionell begleitet von Solveig Cornelisen vom ZDF und von Nina Fehrmann-Trautz vom ORF.

Begründung: Auch der zweite Preisträger zeichnet sich aus  durch ein phantastisches Darsteller-Duo. „Im Schatten der Angst“ liefern sich Julia Koschitz und Justus von Donanyi in immer neuen Konstellationen ein atemberaubendes Katz und Maus Spiel, beflügelt von den hervorragenden Dialogen der Autorinnen Rebekka Reuber und Marie-Therese Till, deren Langfilm-Debut dies ist.

Und das muss man ja auch erst mal riskieren, einen solchen Stoff mit allen Gefahren, im Treibsand des gefällig Epigonalen, rein Zitathaften unterzugehen, zwei eher unerfahrenen Autorinnen anzuvertrauen. Da braucht es viel Vertrauen von Regie, Produktion und eben auch einer Redaktion, die hier nicht auf Nummer Sicher geht, sondern ins künstlerische Risiko.

Solveig Cornelisen: „Ich bin jetzt seit vier Jahren in der Redaktion des ZDF und das erste Mal mit einem Film in Ludwigshafen auf dem Festival. Man muss sagen, dass ein Preis für eine Redaktion unglaublich selten ist. Wenn man so ein Projekt entwickelt, braucht man ein Team. Das war wunderbar. Aber das tollste hier war die Publikumsredaktion. Dafür machen wir Filme, gerade im Fernsehen. Vielen Dank dafür.“

 

Bereits vergeben sind folgende Preise:

Preis für Schauspielkunst

Julia Koschitz / Bjarne Mädel

Regiepreis Ludwigshafen

Rainer Kaufmann

Der „Goldene Nils“ des 14. FESTIVALS DES DEUTSCHEN FILMS geht an den Film „Rocca verändert die Welt“ von Regisseurin Katja Benrath

Der Filmkunstpreis 2019 des 15. FESTIVALS DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN geht an „Sag Du es mir“, Regie & Buch: Michael Fetter Nathansky

Das 15. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein endet nach 19 intensiven Tagen

Preisgala für Julia Koschitz

Preisgala für Bjarne Mädel

Die Inselgespräche 2019

Festivaldirektor Dr. Michael Kötz mit „Pfalzsäule“ ausgezeichnet

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