Der „Preis für Schauspielkunst“ für Bjarne Mädel

Ludwigshafen, den 12. Juli 2019 — Bjarne Mädel ist ein echter Solitär unter den Schauspielern des Landes. Was ihn charakterisiert, sind die staunend geöffneten Augen, mit der er in die Welt schaut und die stets lauernde Ironie jedes sich allzu seriös gebenden Herrentums. Er symbolisiert eine jungshaft-lässige Variante des Mannseins. Damit ist Bjarne Mädel die Verkörperung des Wunschbildes vom Mann der Gegenwart: ohne herrischen Gestus und jederzeit zur Selbstironie bereit. Ein Held ohne Heldentum und dennoch mit einer beeindruckenden Präsenz. (Dr. Michael Kötz)

Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 1. September 2019 um 19.00 Uhr vor 2.500 Gästen in zwei Kinozelten zeitgleich statt. Im Anschluss an die Verleihung zeigt das Festival „25 km/h“ von Regisseur Markus Goller, ein abenteuerlich-komisches Road-Movie mit zwei Hauptdarstellern, die es krachen lassen. Im Anschluss an die Filmvorführung findet mit Bjarne Mädel und Festivaldirektor Dr. Michael Kötz traditionell ein öffentliches Bühnengespräch statt.
Er betritt einen Raum anders als alle anderen. Einen Augenblick lang sieht das so aus, als ob er sich verlaufen habe – zum Beispiel in der entscheidenden Liebesszene mit Jenny Schily in „Was uns nicht umbringt“ – aber der Mann weiß sehr genau, was er tut. Sein kleiner Umweg – erst geradeaus in den Raum und dann plötzlich abgewinkelt zu ihr an die Bar – ist reine Berechnung, denn nur so glauben wir ihm seine Rolle, seinen Typ als jemand, der leicht verwirrt, nie so genau weiß, was er will. Diese und andere „Täuschungsmanöver“ gehörten schon immer zum Repertoire des Schauspielers Bjarne Mädel und vielleicht sorgt diese besondere Körperlichkeit gerade für seine außergewöhnliche Popularität. Denn ein Mann, der so auftritt, kann einfach keinen Herrschaftsanspruch erheben. Damit ist Bjarne Mädel die Verkörperung des Wunschbildes vom Mann der Gegenwart: ohne herrischen Gestus und jederzeit zur Selbstironie bereit. Ein Held ohne Heldentum und dennoch mit einer beeindruckenden Präsenz.

Bekannt wurde Bjarne Mädel auf den Bildschirmen ab 2004 mit der Kultserie „Stromberg“ als unkonventioneller, aber bester Kollege „Ernie“ in der Abteilung für Schadensregulierung. Nach „Stromberg“ dann die Serie „Mord mit Aussicht“, nach einer Idee von Marie Reiners, jene großartige, sieben Jahre lang produzierte Erfolgsserie, deren Wiederholung heute noch neue Fans hervorbringt. Hier ist Barne Mädel der gutmütige Ehemann, der nebenbei auch Polizeiobermeister ist und im Provinzort Hengasch für Ruhe und Ordnung sorgt, aber in einem sehr familiären Sinne. In den letzten Jahren zeitgleich und dass dann bis 2018 wird Bjarne Mädel wirklich berühmt, nämlich als „Tatortreiniger“, Drehbuch Mizzi Meyer, Grimme-Preis, Comedy-Preis usw. Mit dieser Rolle spielt er sich geradezu gnadenlos in die Herzen des Publikums von NDR und ARD. „Schotty“ ist einfach unschlagbar komisch und clever zugleich – und es dürfte Bjarne Mädel seit Jahren immer klarer geworden sein, dass er deshalb heute eine wichtige Aufgabe vor sich hat: den „Schotty“ wieder loszuwerden, weil er eben der Schauspieler Mädel ist und kein Tatortreiniger. Der Fluch des Erfolgs. Aber Mädel wird es hinkriegen, denn er hat es schon gut eingefädelt. Mit dem großartigen Film und der ebenso großartigen Rolle des Ehemanns in „24 Wochen“ im Jahr 2016, mit der Hauptrolle in „Wer aufgibt, ist tot“ im selben Jahr, mit Auftritten in Kinderfilmen 2017 und dann 2018 in gleich vier Filmwerken, drei davon als Hauptdarsteller.

Er spielt die Hauptrolle in „1000 Arten, den Regen zu beschreiben“ von Isabel Prahl, er ist der biedere Parteisekretär der SED in „Gundermann“, dann ist er der ratlos demnächst 50-jährige, in hilflose Liebesgefühle verstrickt in „Was uns nicht umbringt“. Im selben Jahr entschleunigt er bei einem Roadmovie mit dem Mofa zusammen mit Lars Eidinger auf liebevoll-freundliche Art ein Lebensporträt der nun Mitte 40-jährigen derart perfekt, dass er mit dem „Lubitsch-Preis“ ausgezeichnet wurde, nämlich für „25 km/h“. Schließlich ist er, sein neuester Film, in „Tage des letzten Schnees“ ein ganz und gar nicht mehr lustiger, wortwörtlich todernst gestimmter Midlife-Crisis-Mann, der das Opfer tragischer Zufälle wird.

Mit anderen Worten: Er hat es geschafft, oder sagen wir fast. Nämlich das Image des klugen Einfaltspinsels mit Namen Tatortreiniger abzuschütteln und zu zeigen, dass er eben nicht nur der ist, als der er zunächst bekannt wurde und einen Kritiker einst dazu brachte, zu schreiben, man würde das Gefühl nicht los, dass man auf ihn aufpassen müsse. Nein, muss man ganz bestimmt nicht. Bjarne Mädel hat nämlich längst angefangen, eindrucksvoll zu zeigen, wie vielschichtig er ist und was wir Schönes noch von ihm erwarten dürfen. Mit großer Freude verleihen wir ihm unseren diesjährigen PREIS FÜR SCHAUSPIELKUNST 2019!

Foto: Sebastian Blume / Promo

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