Der „Preis für Schauspielkunst“ für Julia Koschitz

Ludwigshafen, den 11. Juli 2019 — Mit Julia Koschitz zeichnet das 15. Festival des Deutschen Films Ludwigshafen am Rhein eine Repräsentantin des jungen deutschen Films aus, eine „Verwandlungskünstlerin“, wie Festivaldirektor Dr. Michael Kötz sie beschreibt. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, den 4. September 2019 um 19.00 Uhr vor 2.500 Gästen in zwei Kinozelten zeitgleich statt. Im Anschluss an die Verleihung zeigt das Festival „Im Schatten der Angst“ von Till Endemann, ein psychologischer Thriller mit fast unheimlichen Tiefgang, ein Seelenduell zwischen Täter und Opfer. Im Anschluss an die Filmvorführung findet mit Julia Koschitz und Festivaldirektor Dr. Michael Kötz traditionell ein öffentliches Bühnengespräch statt.

Was immer Julia Koschitz spielt, es findet immer vor allem auf ihrem Gesicht statt, genauer gesagt in ihren Blicken, denen man nicht entkommen kann. Dabei wirkt sie introvertiert und extrovertiert zugleich. Es sind Blicke, in die sich auch die Kamera zu verlieben scheint, womit Julia Koschitz das Wichtigste an Film und Kino schon einmal für sich verbuchen kann: die Kunst des Blickewerfens. Bei Koschitz geht das in gespielt harmloser Heimtücke wie als Mutter, die die Tochter dem Exmann entwöhnt in „Weil du mir gehörst“ oder als tiefer Blick in den Abgrund eines Serienmörders, obwohl der so sympathisch lächelt wie in „Schatten der Angst“, um zwei Filme zu nennen, die wir in diesem Jahr mit ihr als Hauptdarstellerin im Programm haben. Wie schon diese beiden grundverschiedenen Rollen zeigen – behütende Mutter die eine, ermittelnde Psychiaterin die andere – liegt die überragende und verblüffende Stärke von Julia Koschitz in ihrer geradezu gnadenlosen Verwandelbarkeit. In bereits über 50 Filmen hat sie dies gezeigt. Julia Koschitz ist in Brüssel auf die Welt gekommen, hat als Kind in Österreich gelebt, dann ihr Abitur in Frankfurt am Main gemacht und in Wien eine Schauspielausbildung. Sie war am Theater in Coburg, Regensburg, München, hat einen Darstellerpreis für Ibsens Nora auf den Bayrischen Theatertagen bekommen – und seit 2004 tauchte sie erstmals in Fernsehserien auf. Und ganz schnell wird sie wahrhaft unübersehbar. Ihre erste Hauptrolle spielt sie in einer österreichischen Krimikomödie „Der Fall des Lemming“ 2008, die nächste in „Ein Hausboot zum Verlieben“ und in „Der letzte schöne Herbsttag“, um zwei Filme zu nennen, in denen es vor allem um Liebe geht – wegen Julia Koschitz´ Augen natürlich. Aber toternst kann es auch zugehen, wie in „Das Wunder von Kärnten“ 2011, oder 2012 in „Pass gut auf ihn auf!“ von Johannes Fabrick, in der Koschitz als Geliebte einer anderen den Mann ausspannt und dann, tödlich erkrankt, die Ehe wieder kitten will. Eine Glanzrolle, die ihr den deutschen Schauspielpreis, den Bayrischen Fernsehpreis und einen Preis in Monte Carlo einbringt. Spätestens ab jetzt kann Julia Koschitz sich die Rollen aussuchen, „Das Ende des Sommers“, zum Beispiel von Nikolaus Leytner oder „Unsichtbare Jahre“ von Johannes Fabrick, in dem Koschitz zu einer Stasi-Agentin wird, oder „Zweimal lebenslänglich“, „Kleine Ziege, sturer Bock“, oder – um immer nur die Filme zu nennen, in denen sie eine Hauptrolle spielte – „Schweigeminute“ von Thorsten Schmidt nach einer Erzählung von Siegfried Lenz, oder den investigativen Spielfilm „Gift“ als Agentin gegen die Pharma-Mafia. Im Kino war sie immer wieder in den Filmen von Ralf Westhoff zu sehen, etwa in seiner Speed-Dating-Komödie „Shoppen“ oder zuletzt in „Wie gut ist deine Beziehung?“, als Ehefrau in der Midlife-Crisis. „Balanceakt“ heißt ihr jüngster Film von Vivian Naefe und erneut ist Julia Koschitz eine lebensfrohe Frau, hier Architektin, die eine schwere Krankheit ereilt. Vielleicht, weil es so verlockend ist, hinter dem strahlenden Lächeln dieser funkelnden Augen das heimliche Unglück zu vermuten. Oder einen anderen Abgrund der Seele, wie bei uns als forensische Psychiaterin, die solchen Abgründen mutig ins Gesicht schaut. Sie sagt von sich, Haltungen seien im Leben unerlässlich und sie wünsche sich, dass Träume im Leben nie versiegen mögen. Eine außergewöhnliche Frau und eine exorbitante Schauspielerin, die wir gerne in diesem Jahr mit unserem PREIS FÜR SCHAUSPIELKUNST 2019 ehren!

Der „Goldene Nils“ des 14. FESTIVALS DES DEUTSCHEN FILMS geht an den Film „Rocca verändert die Welt“ von Regisseurin Katja Benrath

Der Filmkunstpreis 2019 des 15. FESTIVALS DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN geht an „Sag Du es mir“, Regie & Buch: Michael Fetter Nathansky

Das 15. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein endet nach 19 intensiven Tagen

Preisgala für Julia Koschitz

Preisgala für Bjarne Mädel

Die Inselgespräche 2019

Festivaldirektor Dr. Michael Kötz mit „Pfalzsäule“ ausgezeichnet

Das 15. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein ist eröffnet!