DU SOLLST HÖREN

Nominiert für den Rheingold Publikumspreis 2022

Ein Film als Plädoyer für eine neue Sensibilität gegenüber Gehörlosen. Ist ihre Behinderung die Chance auf ein anderes Leben? Ein Perspektivwechsel.

— Drama klassisch —

DU SOLLST HÖREN

Foto: Ben Knabe und Silviu Guiman

Mit Claudia Michelsen,
Anne Zander, Benjamin Piwko,
Jan Krauter, Kai Wiesinger

Wann ist ein Leben „normal“? Für die Familie Ebert mit ihren zwei Kindern ist es die Taubheit sämtlicher Familienmitglieder. Sie können sich mittels Gebärdensprache nicht nur miteinander verständigen, sondern mit allen, die diese besondere Sprache so erlernt haben wie sie und sie führen damit ein glückliches Familienleben. Doch das gerät in Aufruhr, als die Ärzte bei der zweijährigen Mila feststellen, dass sie durch ein Cochlea-Implantat wahrscheinlich ihre volle Hörfähigkeit erlangen könnte. Milas Eltern weigern sich und so steht das scheinbar Selbstverständliche – eine Behinderung zu verhindern – gegen den selbstbewussten Wunsch der Eltern, so zu leben wie sie wollen. Eine diffiziles Problem der Abwägung von Rechten. Also kommt es zum Prozess um das Wohl des Kindes. Und eine Richterin, Jolanda, großartig gespielt von unserer letztjährigen Preisträgerin Claudia Michelsen, verstrickt sich nicht nur juristisch, sondern auch sehr menschlich in diese schwierige Frage: Ist eine künstliche Optimierung der Hörfähigkeit des Kindes der Königsweg für eine normale Entwicklung des Kindes oder dürfen die Eltern darauf bestehen, dass ein Leben in Gehörlosigkeit besser sei für ihre Tochter? Für sie ist Taubheit keine Krankheit, sondern eine andere, besondere Art zu leben. Auch das kann Kino: In perfekter Dramaturgie und voller Lebenskraft eine solche Frage bis in die Verästelungen hinein sinnlich erörtern. (JS/MK)

Mit der GRETA-APP können Sie diesen Film barrierefrei erleben. Weitere Informationen finden Sie unter www.gretaundstarks.de

Sa 03. Sept. 19.45 Uhr Zeltkino A
So 04. Sept. 20.45 Uhr Zeltkino B
Mo 05. Sept. 16.15 Uhr Zeltkino B
Mi 07. Sept. 15.00 Uhr Zeltkino A

ab 18 Jahren, da keine FSK
90 Min.
Mit Untertiteln für Schwerhörige und Gehörlose

Petra K. Wagner (*1958, Lindlar) ist Drehbuchautorin und Regisseurin. Ihr Fernsehfilm „Frankfurt, Dezember 17“ wurde in Ludwigshafen mit dem Medienkulturpreis ausgezeichnet und zudem für den Grimme-Preis 2019 nominiert. Mit ihrem zuletzt erschienenen Krimi „Tatort: Die Guten und die Bösen“ war sie 2019 ebenfalls bei uns auf der Parkinsel zu Gast. Für ihre Regiearbeit erhielt sie einen Sonderpreis beim Deutschen FernsehKrimi-Festival 2020 in Wiesbaden.

Regie: Petra K. Wagner
Buch: Katrin Bühlig
Länge: 90 Min.
Kamera: Peter Polsak
Schnitt: Simone Klier
Musik: Helmut Zerlett
Ton: Volker Henkels
Produzent*in: Michael Smeaton, Simone Höller
Redaktion: Petra Tilger (ZDF). ZDF-Str. 1 . 55127 Mainz
Produktion: FFP New Media GmbH . Bonner Straße 323 . 50968 Köln . Tel.: 221 569 660. info@ffpnewmedia.com . www.ffpnewmedia.com