FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE

Atemlos sind die Nächte des Werbetexters Jakob Fabian, der endlich mal sein Buch über das Lebensgefühl der 1930er Jahre schreiben muss. Eine filmische Lektüre von Erich Kästners großem Roman, ebenso großartig umgesetzt.

Mit Tom Schilling, Saskia Rosendahl, Albrecht Schuch, Meret Becker

FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE

Nominiert für den Filmkunstpreis und den Rheingold-Publikumspreis 2021

Foto: Lupa Film / Hanno Lentz / DCM

Die Kamera fährt – als sei sie von einem Fieber befallen – hinunter auf eine Berliner U-Bahn- Station und dann wieder an der anderen Seite hinauf ins Jahr 1931. Ein Mann kommt mit seiner verzerrten Fratze ganz nah an Jakob Fabian heran und keucht: „Dieser Krieg. Dieser schreckliche Krieg.“ So beginnt „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“, nachempfunden nach Erich Kästners meisterlichem Zeitgeistporträt. Die Geschichte eines Werbetexters für eine Zigarettenfirma, der nachts die Berliner Unterwelt unsicher macht als zynischer „unmoralischer Moralist“. Dabei soll er doch endlich sein Buch schreiben, findet Freund Labude, der sich nicht traut, seine bahnbrechende Doktorarbeit über Lessing abzugeben und lieber mit Fabian durch die schrägsten Etablissements der Stadt zieht. Dem begegnet dabei die Liebe in Gestalt von Cornelia. Heute, Gestern, Morgen. Das alles verschwimmt zu einem Parforceritt durch das brodelnde. Leben einer Stadt, in der eigentlich verschwiegene Gassen auf ihre Art zu brüllen scheinen. Auch das Glück mit Cornelia ist ein Taumel in dieser filmischen Lektüre von Kästners Roman, in die sich Bildräusche wie bei Federico Fellini immer wieder in die atemlose Jagd Fabians nach Leben drängen. Ein grandioses Meisterwerk. (JS)

Zeltkino A
Mi 15. Sept. 21:15 Uhr
Zeltkino B
Fr 10. Sept. 22:30 Uhr
Di 07. Sept. 21:30 Uhr

FSK: ab 12 Jahre
178 Min.

Regie: Dominik Graf
Buch: Constantin Lieb und Dominik Graf
Länge: 178 Min.
Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Claudia Wolscht
Musik: Sven Rossenbach und Florian Van Volxem
Ton: Martin Witte
Produzent: Felix von Boehm
Redaktion: Daniel Blum (ZDF) und Olaf Grunert (ARTE)
Produktion: Lupa Film GmbH . Derfflingerstraße 6 . 10785 Berlin . Tel.: 030 548 795 13 . info@lupa-film.com . www.lupa-film.com .
Verleih: DCM FILM DISTRIBUTION GMBH . Schönhauser Allee 8 . 10119 Berlin . Tel.: 030 885 97 40 . hallo@dcmteam.com .

Die Regisseurin Manele Labidi (c)VivianaMorizet.jpg

Dominik Graf (*1952, München) studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Seitdem ist er ein renommierter Regisseur und Drehbuchautor und hat bereits zahlreiche Werke in seiner Laufbahn realisiert, unter anderem „Die Katze“ (2014), „Der Sieger“ (1994) und fünf Tatorte. Auf dem Festival des deutschen Films waren seine Filme mehrfach zu sehen und auch prämiert, wie 2008 sein Film „Das Gelübde“ mit dem Filmkunstpreis.

Foto: Caroline Link