FREUNDE

Warum wir am Leben hängen? Weil es uns festhält mit dem, was wir erlebten. Unser diesjähriger Preisträger Ulrich Matthes, hier mit Justus von Dohnányi in einem Zwei-Personen-Film über das Leben als ein Werk der Erinnerungen.

Mit Ulrich Matthes, Justus von Dohnányi

FREUNDE

Nominiert für den Rheingold-Publikumspreis 2021

Foto: HR

Wenn sich zwei alte Freunde, Patrick und Malte, treffen, dann haben sie sich viel zu erzählen, besonders wenn sie einmal dieselbe Frau geliebt haben. Eine Wiederbegegnung, die vom Enthüllen der Geheimnisse lebt, die es eben immer gibt. Sie gehen Golf spielen und der eine fordert den anderen mutig heraus, schlägt aber in Wahrheit den Golfball stets in die Büsche. Sie hecheln die gemeinsamen Freunde und Bekannten durch: „Ach der, der uns immer mit Lambrusco versorgt hat.“ Irgendwann fällt auch die Formulierung „Scheißfreund“. Lange haben sie einander nicht gesehen. Und beiden ist die Zeit vergangen. Gerade erst hat Patrick seine Frau begraben und das hat seinem Lebensmut den Rest gegeben. Kann man durch die Melancholie der Erinnerungen neue Kraft gewinnen? Besteht das Leben überhaupt hauptsächlich aus Erinnerungen, aus denen man nicht vertrieben werden kann? Auch eine großartige Begegnung zweier Schauspieler, die all ihr Können in die Waagschale werfen, um die Höhepunkte im Leben ihrer Figuren virtuos in kleinen Miniaturen zu verhandeln. Schön, elegant und wahrhaftig, dieses Filmwerk. (JS/MK)

Zeltkino A
Sa 04. Sept. 19:00 Uhr
Mo 06. Sept. 14:15 Uhr
Zeltkino B
Sa 04. Sept. 19:00 Uhr
Freiluftkino A
Sa 04. Sept. 19:45 Uhr
Freiluftkino B
So 05. Sept. 22:00 Uhr
Sa 11. Sept. 19:45 Uhr

ab 12 Jahre
90 Min.

Regie: Rick Ostermann
Buch: David Ungureit
Länge: 90 Minuten
Kamera: Leah Striker
Schnitt: Stefan Blau
Musik: Stefan Will
Ton: Majid Sarafi
Produzenten: Hessischer Rundfunk
Redaktion: Jörg Himstedt (HR)
Produktion: Hessischer Rundfunk . Bertramstraße 8 . 60320 Frankfurt . Tel.: 069 155 8755 . Dunja.Guastella@hr.de . www.hr.de

Die Regisseurin Manele Labidi (c)VivianaMorizet.jpg

Rick Ostermann (*1978, Paderborn) debütierte als Regisseur und Drehbuchautor 2001 mit dem Kurzfilm „Der Aufzug“. Sein erster Langfilm „Wolfskinder“ (2013) erhielt einige internationale Beachtung und wurde unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Kinos ausgezeichnet. 2014 wurde die Produktion auch auf dem Festival des deutschen Films gezeigt, 2019 wurde zuletzt Ostermanns Film „Lysis“ präsentiert.