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UND DANN STEHT EINER AUF UND ÖFFNET DAS FENSTER

Nominiert für den Filmkunstpreis und den Rheingold Publikumspreis 2022

Eine Grande Dame, gespielt von Iris Berben, soll sterben. Entsprechend souverän geht sie damit um. Der Sterbebegleiter ist ratlos. Vielleicht muss eher er begleitet werden?

— Drama stilbewusst —

UND DANN STEHT EINER AUF UND ÖFFNET DAS FENSTER

Foto: © Nadja Klier

Mit Iris Berben, Godehard Giese,
Claude Heinrich, Zoe Valks,
Axel Werner

Karla – einst war sie die Fotografin großer Popstars und eine Rock Lady – ist ohnehin wortkarg. Noch weniger möchte sie aber über ihren baldigen Tod reden, und das auch nicht mit dem ihr vom Hospiz zugeteilten ehrenamtlichen Sterbebegleiter Fred. Der steht in schönstem Kontrapunkt buchstäblich mitten im Leben, nämlich als Ampel-Koordinator auf den Straßenkreuzungen der Stadt, und will allein deshalb die Dinge im Griff haben. Sie tanzt sich lieber ihre Angst zur Musik der Stones aus den Gliedern. Die zwei haben keine Chance, zusammen zu kommen. Das ändert sich erst durch das einfühlsame Gedicht, das der Sohn des Sterbebegleiters, der schüchterne, Lyrik begeisterte 13-jährige Phil, ihr vorträgt. So wird sie – andersherum als gedacht – zur „Lebensbegleiterin“ von Fred und dessen Sohn, lernt dabei aber auch ihr eigenes Krank- heitsschicksal anzunehmen. Ein lebensbejahender, teils sogar heiterer Film über den Tod, der auf der Basis eines Romans von Susann Pásztor mit großartigen Dialogen von bewegender Klugheit entstanden ist. Nein, man darf Sterbende nicht, wie so oft in Altersheimen, wie Kinder behandeln. Und weil der 13-Jährige auf diese Idee auch nie käme, ist er der Schlüssel zur Verständigung. Ohne Tod gibt es kein Leben und Leben gibt es nicht ohne den Tod. (MK/JS)

Till Endemann (*1976, Hamburg) studierte von 1997 bis 2002 an der Filmakademie Baden-Württemberg Regie mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm, nachdem er zuvor Praktika unter anderem beim NDR und Studio Hamburg absolviert hatte. Er realisierte zahlreiche Filme der Serie „Tatort“. Unter anderem mit seinem letzten Film „Ein Leben lang“ war er 2021 bereits auf dem Filmfestival in Ludwigshafen vertreten. Seit 2009 leiht Endemann darüber hinaus regelmäßig amerikanischen Schauspielern als Synchronsprecher seine Stimme.

Regie: Till Endemann
Buch: Astrid Ruppert (nach dem gleichnamigen Roman von Susann Pásztor)
Länge: 89 Min.
Kamera: Bjørn Haneld
Schnitt: Friederike von Normann
Musik: Enis Rotthoff
Ton: Jürgen Göpfert
Produzentin: Doris Zander
Redaktion: Stefan Kruppa, Christoph Pellander (ARD Degeto). Am Steinernen Stock 1 . 60320 Frankfurt am Main
Produktion: Bavaria Fiction GmbH . Bavariafilmplatz 7 . 82031 Geiselgasteig . Tel.: 030 880 915 23 . doris.zander@bavaria-fiction.de . www.bavaria-fiction.de

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