VATERSLAND

Wie wird aus einem „braven Mädchen“ eine selbstbewusste Frau? Die Regisseurin Petra Seeger blickt auf ihr ganz persönliches Leben zurück in der Sammlung von Familien-Filmen und in ihren Erinnerungen. Sie hat gelebt in „Vaters Land“ und musste ihr eigenes Land erst entdecken.

Spielfilm mit Margarita Broich, Bernhard Schütz, Felizia Trube, Momo Beier, Stella Holzapfel, Matti Schmidt-Schaller, Eric Langner

VATERSLAND

Nominiert für den Rheingold-Publikumspreis 2021

Foto: W-Film / Coin Film / Heike Fischer

Drei Feinripp-Unterhosen hängen auf der Wäscheleine – eingerahmt von der großen Unterhose des Vaters und der etwas kleineren des Bruders hängt Maries geradezu winziger Mädchenslip verloren und hoffnungslos dominiert dazwischen. Allein dieses Bild aus dem Film macht die Machtverhältnisse überdeutlich. Heute ist die kleine Marie eine Filmemacherin, gespielt von Margarita Broich, und befindet sich in einer Schaffenskrise. Und irgendwie spiegelt diese ihr gesamtes krisenhaftes Leben, in dem sie gegen die Männerherrschaft ihres Vaters mühsam eine eigene Identität als Mädchen und Frau entwickeln musste. Die renommierte Dokumentarfilmerin Petra Seeger hat sich in diesem Mischfilm aus dokumentarischen und Spielfilm-Elementen ihr eigenes Leben vorgenommen, das sie mit Originalmaterial, diversen Zeitebenen, viel Situationswitz und emotional bewegender, gedanklich vielschichtiger Selbstreflexion auch zu einem Porträt der von Männern dominierten 1950er und 1960er Jahre verdichtet. Wir gehen auf Zeitreise in Vaters Land, in das Denken einer versunkenen Epoche. (JS/MK)

Zeltkino A
Mi 15. Sept. 18:45 Uhr
Zeltkino B
Do 16. Sept 14:30 Uhr
Freiluftkino B
Di 14. Sept. 17:30 Uhr

FSK: ab 18 Jahre, da
noch keine FSK
118 Min.

Regie & Buch: Petra Seeger
Länge: 118 Min.
Kamera: Hajo Schomerus
Schnitt: Aron Roos
Musik: Dietmar Bonnen
Ton: Johan Maertens
Produzent*innen: Herbert Schwering, Christine Kiauk
Koproduzent*innen: Petra Seeger, Joachim von Mengershausen, André Sommerlatte, Sebastian Schelenz
Redaktion: Andrea Hanke (WDR), Barbara Buhl (WDR), Andreas Schreitmüller (ARTE)
Koproduktion: FilmForm Köln, Velvet Films
Produktion: Coin Film GmbH . Rolandstraße 63 . 50677 Köln . Tel.: 0221 322 053 . info@coin-film.de . www.coin-film.de
Verleih: W-film . Gotenring 4 . 50679 Köln . Tel.: 0221 222 19 80 . mail@wfilm.de
www.wfilm.de
Filmwebseite: vatersland.wfilm.de

Die Regisseurin Manele Labidi (c)VivianaMorizet.jpg

Petra Seeger (*Köln) ist seit 1979 als Regisseurin tätig, ihren Fokus legte sie insbesondere auf Dokumentarfilme und Filmporträts. Ihren bisher größten Kinoerfolg hatte Seeger mit „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ (2008). „Vatersland“ ist nun der erste Spielfilm, bei dem sie Regie führte. Dem Dokumentarischen bleibt sie dennoch treu, indem Spielszenen kunstvoll mit Familenfotos und 16mm Filmaufnahmen aus Seegers Privatarchiv verwebt werden.