PREISGALA FÜR DREHBUCHAUTOR MARKUS BUSCH

Am Abend wurde auf der Parkinsel am Rhein der Ludwigshafener Drehbuchpreis 2017 verliehen

Ludwigshafen, den 13.09. 2017 – Das Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein rollt den Roten Teppich für den Preisträger des Ludwigshafener Drehbuchpreises 2017 aus. Im Rahmen einer Galavorstellung überreichte Festivaldirektor Dr. Michael Kötz dem Preisträger Markus Busch die Trophäe, anschließend zeigte das Festival den Film „Am Abend aller Tage“ von Regisseur Do- minik Graf nach dem Drehbuch von Markus Busch.

„Man kann, wenn es um Film geht, eine Reihenfolge der Fehleinschätzungen machen, je nachdem wie viele Menschen man befragt. Für die allermeisten gelten die Darsteller, die Schauspieler eines Films nicht als Grund der Attraktivität, sondern auch als Grund für die Qualität. Nun wären wir die Letzten, die die Bedeutung von Schauspielern nicht sehen würden, verleihen wir doch jährlich ge- nau deshalb einen Preis für Schauspielkunst. Aber einen nennenswerten Ein uss selbst auf das, was sie in einem Film selber sagen oder tun, den haben sie selten. Der Regisseur, die Regisseurin werden von deutlich weniger Menschen genannt als entscheidende Personen für das Gelingen eines Films. Das ist schon deutlich wahrer. Selten werden die Produktionsbedingungen re ektiert, also mit welchem Budget und von welchem Produzenten ein Film realisiert wird. So gut wie nie aber kommt jemand auf die Idee, dass das Gelingen eines Filmwerkes in zumeist unglaublichem Ausmaß davon bestimmt wird, dass jemand erstmal einen Haufen von Seiten vollgeschrieben hat, das Drehbuch nämlich. (…) Es ist eine faszinierende Arbeit, dieses Schreiben für einen Film. Denn sie lebt davon, dass dieser Typ des Schriftstellers das Kino sehr gut kennt. Denn die Bilder und Szenen, die er sich ausdenkt, die müssen im buchstäblichen Sinne auch machbar sein, für die Dar- steller, für die Kamera, für das Licht, den Ton, die Ausstattung, ja, sie müssen sogar die Montage, den Schnitt nachdem alles gedreht wurde, schon im Blick haben, schon einmal vor Augen haben, sich als realisierbar vorstellen.“ (Auszug aus der Laudation von Dr. Michael Kötz)

Markus Busch stammt aus Münster in Westfalen. Er studierte Freie Kunst & Film an der FH Köln und dann Film & Fernsehen an der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM). Seit 1997 ist Busch als freier Autor für Film und Fernsehen tätig. Zu seinen Arbeiten gehören unter anderem die Dreh- bücher zu zahlreichen Dominik Graf-Filmen, darunter „Bittere Unschuld“ (1999), sowie der Berlina- le-Skandal lm „Der Felsen“ (2002). Der Film „Das Gelübde“ (2007), der im gleichen Jahr den Film- kunstpreis des Festival des deutschen Films in Ludwigshafen erhielt, ist auch von ihm geschrieben, zusammen mit dem Regisseur Dominik Graf. Für die Reihe „Dreileben“, bei der Dominik Graf in Kooperation mit Christian Petzold und Christoph Hochhäusler 2011 den Film „Komm‘ mir nicht nach“ inszenierte, war Markus Busch ebenfalls als Autor für dieses ungewöhnliche Projekt betei- ligt. Noch im gleichen Jahrführte er in „Die Räuberin“ selbst Regie nach seinem eigenen Drehbuch. Busch schrieb auch Skripts für Filme von Horst Königstein, Matti Geschonneck und Didi Danquart. Für das großartige Filmwerk „Am Abend aller Tage“, den das Festival zu seinen Ehren zeigt, verar- beitete er den „Fall Gurlitt“, getrieben von der Frage, wem eigentlich die Kunst gehöre.

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