Regiepreis Ludwigshafen 2019 für Rainer Kaufmann

Ludwigshafen, den 15. Juli 2019 — Der „Meister der Filmregie“ Rainer Kaufmann wird mit dem undotierten „Regiepreis Ludwigshafen“ im Rahmen des Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.

Das Festival zeigt aus Anlass der Preisverleihung seinen aktuellen Film „Und wer nimmt den Hund?“ mit Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Lucie Heinze, Angelica Thomas u.v.a.m. am Freitag, den 30. August 2019 um 20.00 Uhr in Kinozelt 1 als Galavorführung. Im Anschluss findet um 22.00 Uhr ein öffentliches Bühnengespräch mit Rainer Kaufmann statt. Rainer Kaufmann folgt damit auf Hans Weingartner, der den damals neu geschaffenen Regiepreis 2018 erhielt.

 

Rainer Kaufmann hat mal Zimmermann gelernt, aber dann doch Germanistik studiert in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main, hat dort kurz die Kunsthochschule am Städel besucht und dann sieben Jahre in München Filmregie studiert. Heute hat er einen schönen weißen Bart zur stattlichen Statur, lächelt gern, hat ein großes Herz und wird in diesem Jahr 60. Dazwischen liegen bis heute rund 40 Regiearbeiten und gut 25 Preise und Nominierungen. Er ist ein echter Meister seines Faches geworden, einer der besten lebenden deutschen Filmregisseure.

 

Rainer Kaufmann ist das Gegenstück zu einem Dogmatiker, dazu liebt er die Menschen viel zu sehr. Und an die dogmatische Grenze zwischen Kino und Fernsehen hat er sich auch nie gehalten. Stets war es ihm wichtiger, mit seinen Werken möglichst viele Menschen zu erreichen – und zwar so, dass denen das Herz aufgeht. Kaufmann hat sehr erfolgreiche Kinofilme gedreht, aber er hat auch – weil er nicht immer drei Jahre warten wollte, bis endlich das Geld für einen Kinofilm zusammen war – großartige Fernsehfilme realisiert. Mehr noch: an ihm ist auffällig, wie deutlich groß die Anzahl sehr ernster und zugleich sehr cineastisch umgesetzter Filme bei ihm ist, wenn er fürs Fernsehen arbeitet und wie groß umgekehrt der Zwang war, bei aller Qualität doch auch gefällig zu sein, wenn ein Film Erfolg haben sollte im Kino. Ein interessanter, sozusagen lebender Beitrag zur Debatte, wo die besseren Filme laufen: im Kino oder im (zugegeben: öffentlich-rechtlichen) Fernsehen…

 

Seine größte Begabung hat Rainer Kaufmann im Umgang mit Schauspielern und Schauspielerinnen. Er bringt sie immer zum Glänzen, zu voller Präsenz, zu formatfüllender Anwesenheit. Schon von seinem ersten Langspielfilm an hatte er dieses besondere Gespür für die Arbeit von Schauspielern – für Jürgen Vogel und Jasmin Tabatabai in „Dann eben mit Gewalt“ 1993 und für Maria Schrader, Richy Müller und Peter Lohmeyer in der Dreiecksgeschichte „Einer meiner ältesten Freunde“. Sein Durchbruch im Kino war „Stadtgespräch“ mit Katja Riemann als umtriebige Radiomoderatorin. Ein Kinohit, wie auch, ebenfalls mit Katja Riemann, die Verfilmung des Ingrid-Noll-Romans „Die Apothekerin“.

 

Bei „Kalt ist der Abendhauch“ hat die Hauptfigur buchstäblich „Eine Leiche im Keller“ und Rainer Kaufmann bewies, dass er auch für makabre Themen ein Händchen hat. Bestimmt erinnern Sie sich noch an „Blaubeerblau“ von 2011, von dem bei uns Tausende von Zuschauern nicht genug bekommen konnten, obwohl der Film immerhin in einem Sterbehospitz spielt. Ein Fernsehfilm! Vielfach preisgekrönt war dann seine Geschichte einer unheilbar an Krebs erkrankten Bäuerin, die in „Marias letzte Reise“ von Monica Bleibtreu verkörpert wurde. Zwei Jahre später 2007, entsteht „Ein fliehendes Pferd“ nach Martin Walser, mit Noethen, Riemann, Tukur, Schmidt-Schaller, mit rund 400.000 Zuschauern im Kino und dann fast 5 Millionen im Fernsehen. Ebenso viele Menschen sahen „Das Beste kommt erst“, ebenso wie den ersten Kluftinger-Krimi „Erntedank“ 2009. „In aller Stille“; „Blaubeerblau“, „Föhnlage“; „Milchgeld“, „Operation Zucker“ – Rainer Kaufmann dreht jetzt mindestens zwei Spielfilme pro Jahr, von der Kindesmisshandlung über die Polizeikomödie oder das Sterbehospitz zurück zum Heimatkrimi, dann zur Kinderprostitution weiter zum nächsten Kluftinger oder zum Weihnachtsfilm mit Fabrikantenfamilie. Zwischendurch eine herausragende Liebesgeschichte zweier Frauen, die ihre Ehen zum Stillstand bringen in „Ich will Dich“, den wir Ihnen als ein weiteres Beispiel des großartigen Schaffens dieses Meisterregisseurs als Hommage an ihn zeigen wollen, Gewinner unseres Medienkulturpreises 2015. 2017 hat er gleich drei Spielfilme realisiert, 2018 ebenfalls, „Mein erster Mord“, zum Beispiel, den wir Ihnen letztes Jahr gezeigt haben. Nur 2019 muss er eine Pause einlegen, zumindest für zwei Tage, denn da kommt er auf unsere Insel, mit seinem allerneuesten Film „Und wer nimmt den Hund?“ mit Martina Gedeck und Ulrich Tukur (Preisträger für Schauspielkunst in Ludwigshafen) und mit großer Freude werden wir ihm unseren diesjährigen LUDWIGSHAFENER REGIEPREIS verleihen. (Festivaldirektor Dr. Michael Kötz)

 

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