Festivalfinale & Preisverleihung

Filmkunstpreis 2026 – Bester Film
ROSE
Regie: Markus Schleinzer
Buch: Markus Schleinzer & Alexander Brom
Produktion: Walker+Worm Film, Row Pictures, Schubert Film
Filmkunstpreis 2026 – Beste Regie
SILENT FRIEND
Regie & Buch: Ildikó Enyedi
Produktion: Pandora Film, Galatée Films, M&M Film, Rediance
Filmkunstpreis 2026 – Bestes Drehbuch
EXTRAWURST
Buch: Moritz Netenjakob & Dietmar Jacobs
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Produktion: Lieblingsfilm, STUDIOCANAL
Ludwigshafener Auszeichnung (Lobende Erwähnungen)
GAJA ALJONA - Schauspielerische Leistung in WURZELN UND FLÜGEL
ÖZGU NAMAL - Schauspielerische Leistung in GELBE BRIEFE
YANA RADEVA - Schauspielerische Leistung in DAS GETRÄUMTE ABENTEUER
und
DANIELA & DR. MICHAEL KÖTZ sowie das gesamte Festivalteam
RHEINGOLD PUBLIKUMSPREIS 2026
ex aequo an
BLOCK 10
Regie: Marcus O. Rosenmüller
Buch: Dr. Alice Brauner
Produktion: CCC Cinema und Television, MZ Film
ADAMS ACHT
Regie: Hannu Salonen
Buch: Domenik Pockberger & Stephan Falk
Produktion: Ninety-Minute-Film
Ludwigshafen, den 05. September 2026 – Das Festival präsentierte vom 19. August bis 6. September 2026 insgesamt 74 Produktionen. 13 Filme konkurrierten im Wettbewerb um den begehrten Filmkunstpreis, der von einer prominenten Fachjury vergeben wird:
Dr. Alice Brauner (Produzentin/Drehbuchautorin),
Margarita Broich (Schauspielerin) und
Christian Granderath (Produzent/ehemaliger NDR-Fernsehspielchef).
Einen Coup der besonderen Art landete die Fachjury gleich zu Beginn der Veranstaltung mit der für alle überraschenden Vergabe einer LUDWIGSHAFENER AUSZEICHNUNG für Daniela & Dr. Michael Kötz sowie das gesamte Festivalteam für erfolgreiche Organisation und das wunderbare Programm dieses einzigartigen Filmfestivals.
Der LUDWIGSHAFENER FILMKUNSTPREIS wird durch die unabhängige Fachjury in drei Kategorien vergeben: „Bester deutscher Film oder Fernsehfilm“ des Wettbewerbs, „Beste Regie“ des Wettbewerbs und „Bestes Drehbuch“ des Wettbewerbs. Entscheidend ist allein die ästhetische Qualität der Filme. Der Preis ist nicht teilbar. Die dreiköpfige Fachjury kann zudem „Ludwigshafener Auszeichnungen“ – lobende Erwähnungen für weitere drei Filmwerke des Wettbewerbs aussprechen.
Der RHEINGOLD PUBLIKUMSPREIS wird durch die Zuschauerinnen & Zuschauer entschieden durch deren Bewertung auf Abstimmungsbögen nach jedem Film, ausgewertet in Relation zur Anzahl der jeweils bei einer Vorstellung anwesenden Zuschauer.
Das Festival des deutschen Films auf der Parkinsel von Ludwigshafen am Rhein wird getragen, von seinem Publikum, also von den Menschen dieser Stadt und der gesamten Region, die dabei sein wollen, wenn auf der Parkinsel die Lichter angehen und die Kinos ihre Toren aufmachen, man sich bei Speis & Trank treffen kann und miteinander ins Gespräch kommen. Deshalb steht der „Rheingold Publikumspreis 2026“ gleichwertig neben den Filmkunstpreisen 2026, die die diesjährige Jury verleiht.
RHEINGOLD PUBLIKUMSPREIS 2026
für BLOCK 10
„Ihr glaubt nicht, was dieser Preis für mich bedeutet. Für meine Eltern im Himmel, die diese Zeit miterleben mussten, für uns, für den Film…ich bin unendlich glücklich.“
Dr. Alice Brauner / Produzentin und Drehbuchautorin
RHEINGOLD PUBLIKUMSPREIS 2026
für ADAMS ACHT
„Wir haben nächste Woche im Zoopalast in Berlin Premiere mit 800 Besuchern, das ist weniger als hier im Zelt. Das ist der wichtigste und beste Preis, den man gewinnen kann und ich freu mich sehr.
Hannu Salonen / Regisseur
PREISE UND AUSZEICHNUNGEN 2026 & BEGRÜNDUNG DER JURY:
Ludwigshafener Auszeichnung für
GAJA ALJONA - Schauspielerische Leistung in WURZELN UND FLÜGEL
Begründung der Jury:
WURZELN UND FLÜGEL ist der kleine, stille Gegenentwurf zu vielen großen Festivalfilmen. Das überwältigende Spiel dieses kleinen Mädchens ist so kraftvoll und wahr, dass man es nicht fassen kann. Deshalb verleiht die Jury GAJA ALJONA, von der wir hoffentlich auch noch zukünftig viel sehen werden, eine Ludwigshafener Auszeichnung.
Ludwigshafener Auszeichnung für
ÖZGUR NAMAL - Schauspielerische Leistung in GELBE BRIEFE
Begründung der Jury:
In dem großartigen Film GELBE BRIEFE fasziniert uns ÖZGU NAMAL mit ihrem leidenschaftlichen Porträt einer Künstlerin in politisch gefährlichen Zeiten. Deshalb würdigt die Jury ÖZGU NAMAL mit einer Ludwigshafener Auszeichnung.
Ludwigshafener Auszeichnung für
YANA RADEVA - Schauspielerische Leistung in DAS GETRÄUMTE ABENTEUER
Begründung der Jury:
In dem Film DAS GETRÄUMTE ABENTEUER trägt YANA RADEVA mit ihrem leichten Lächeln und ihrer starken Ausstrahlung den gesamten Film und lässt uns keine Sekunde los. Deshalb verleiht die Jury der bulgarischen Schauspielerin YANA RADEVA mit Freude eine Ludwigshafener Auszeichnung.
FILMKUNSTPREIS 2026
Bestes Drehbuch
Moritz Netenjakob & Dietmar Jacobs für EXTRAWURST
Begründung der Jury:
Deutsche Komödie halten manche für ein Schimpfwort. Der Jury war es ein Bedürfnis, neben filmischen Meisterwerken, ausdrücklich auch das oft unterschätze Genre „Komödie“ zu würdigen. Dieses Drehbuch behandelt eine relevante Thematik im hier und heute. Scharfzüngige Dialoge, bissige Pointen, aktuelle Streitkultur: An einem simplen Grill entfachen sich geradezu die Vorurteile unseres Landes. Die Extrawurst bleibt einem hier und da im Halse stecken. Die Jury zeichnet Dieter Jacobs und Moritz Netenjacob für das beste Drehbuch EXTRAWURST mit Vergnügen aus.
„Wir sind wahnsinnig glücklich und froh und stolz, diesen Preis zu bekommen und natürlich extrem dankbar für diese Ehre. Ich kann es kaum in Worte fassen, das ist einfach fantastisch. Wir freuen uns sehr!“
Moritz Netenjakob / Drehbuchautor, zugeschaltet aus Salisbury/Great Britain
FILMKUNSTPREIS 2026
Beste Regie
Ildikó Enyedi für SILENT FRIEND
Begründung der Jury:
Ildikó Enyedi inszeniert weniger eine Geschichte als einen Zustand der Wahrnehmung. Im Mittelpunkt steht ein majestätischer Ginkgo-Baum, um den herum sie nahezu ein Jahrhundert erzählt. Sie schenkt der Natur dabei dieselbe Aufmerksamkeit wie den Menschen. Mit seiner Bildsprache entführt uns der Film leise, sensibel und zart in eine entschleunigte, verzauberte, magische Welt. Der Film überzeugt in allen Rollen vor allem auch durch seine exzellente Schauspielführung. Die Jury zeichnet Ildikó Enyedi für die Regie des wunderbaren Episodenfilms SILENT FRIEND aus.
Vielen, vielen Dank an die Jury, für das unglaubliche Publikum und vielen Dank an Michael und Daniela für dieses Festival. Es war eine große Überraschung für mich, denn dieser Film ist ein Liebesbrief für Bäume, für Pflanze, für Menschen, aber auch für Literatur, das ist eigentlich ein Goethe-Film. Vielen Dank!“
Ildikó Enyedi / Regie & Drehbuch
FILMKUNSTPREIS 2026
Bester Film
ROSE – Regie: Markus Schleinzer
Begründung der Jury:
„It’s a men’s world“. Formal perfekt durchkomponiert, getragen von einer fantastischen, schauspielerischen Leistung, jenseits vordergründiger, tagesaktueller Fragen erzählt der Film eindrücklich vom Kampf einer Frau mit gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen. Und selten ist dies so originell und kunstvoll erzählt worden. Rose muss sich permanent beherrschen, inszenieren und kontrollieren. Auch die Kamera beherrscht, inszeniert und kontrolliert ihre Welt. Der Film durchbricht mit seiner Figur ROSE die männlich geprägte Gesellschaftsordnung und ist damit aktueller denn je. Zitat: „In der Hose steckt mehr Freiheit und ist ja doch nur ein Stückchen Stoff, also bin ich in die Hose.“ Die Jury zeichnet ROSE mit dem Hauptpreis des Festivals aus und gratuliert Markus Schleinzer und seinem Team zu einem Film, der uns noch lange begleiten wird.
„Ich bedanke mich für die Auszeichnung im Namen von Regisseur Markus Schleinzer und Hautdarstellerin Sandra Hüller, die beim Filmfestival in Tellurige/USA sind, bei dem Festival, der Festivalleitung und der Jury und natürlich dem Publikum. Rose gehört sich selbst, aber der Film gehört jetzt jeder und jedem von Ihnen. Ich selbst durfte seine Entstehung als Erzählerin im Studio begleiten und ihn danach immer wieder neu entdecken. Und erst kürzlich ist mir aufgefallen, dass Roses und Susannes Karren nicht von einem Ochsen, sondern einer Mutterkuh gezogen wird. Auf dieses nicht unwichtige Detail hat mich eine Landwirtin aufmerksam gemacht, die den Film in einem kleinen Kino in Chiemgau angeschaut hat. Wenn wir genau hinschauen und zuhören, wie Visionen mitgeteilt werden können und dürfen, fühlt es sich im besten Fall so an, wie für Rose und Susanna eine Nacht in einem Zwiegespräch. Zitat: Hatten Rose und Susanna beschlossen, nicht sofort zu entscheiden, war doch bereits alles verändert. Aufrechter gingen sie. Freier voreinander. Unabhängiger. Und waren sich vielleicht doch deshalb zugewandter. Vielen Dank.“
Maria Growalt / Erzählstimme aus ROSE
Maximilian Borchardt








