Außer Atem
Frankreich 1960
Angeblich ein „Gangsterfilm“ über einen Kleinkriminellen (Jean-Paul Belmondo) auf der Flucht vor der Polizei, verliebt in eine blonde Gaststudentin aus den USA, in Wahrheit ein Aufruf zur Umwälzung des Kinos 1960.

© 1960 / STUDIOCANAL - Société Nouvelle de Cinématographie - Tous Droits Réservés
mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville
Dieser Kleinkriminelle ist ein absolut liebenswerter, charmanter Filou auf der Flucht vor der Polizei, der nur seiner eigenen Moral folgt, nihilistisch, aber lebensfroh. In ironischem Zitat des „film noir“ der USA, wirft der Film stilistisch aber dabei alles über Bord, was damals wie heute als sogenanntes „richtiges Kino“ gilt und festen Regeln von Wahrscheinlichkeit folgt. Godard macht das, was Richard Linklater ganz großartig in seinem Film „Nouvelle Vague“ (siehe diese Seite!) inszeniert: Er verlacht diese Regeln so, wie sein Held die der Gesellschaft, schneidet den Film scheinbar ohne Logik, verhindert, dass man den Protagonisten wirklich mögen kann, verweigert sich der vertrauten Dramaturgie – und überführt so das damalige Kino in ein neues, unbekanntes Reich der Freiheit, ja der künstlerischen Willkür. Müsste heute dringend wieder passieren! (MK)
Mo 24. Aug. 13.00 Uhr Zeltkino C
So 30. Aug. 15.30 Uhr Zeltkino C
Regie: Jean-Luc Godard
Buch: François Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol
Produktion: Georges De Beauregard, Les Productions Georges de Beauregard, Paris, Frankreich
Verleih: STUDIOCANAL Filmverleih, Berlin
89 Min.
FSK: ab 16 Jahren
deutsche Synchronfassung
