Rückkehr nach Montauk
Deutschland / Frankreich / Irland
Ein berühmter, älterer Schriftsteller kehrt zurück nach New York und trifft dort seine große Liebe von einst noch einmal. Es geht um die Zeit und das älter werdende Leben an einem Winterwochenende im Küstenstädtchen Montauk.

© Ella Knorz
mit Nina Hoss, Stellan Skarsgård, Susanne Wolff, Niels Arestrup und Bronagh Gallagher
Die autobiographische Erzählung „Montauk“ von Max Frisch liefert die Vorlage, das Drehbuch schrieb Volker Schlöndorff zusammen mit dem irischen Schriftsteller Colm Tóibín: Ein Schriftsteller macht eine Lesung aus seinem neuen Werk. Und weil Stellan Skarsgård ihn spielt, hört man gerne auch länger zu. Manchen Filmkritikern war das übrigens 2017 damals zu lang, dabei entsteht genau dadurch erst die Chance, zu verstehen, um was es geht, oder sagen wir gehen könnte, wenn es nicht so viele Ebenen hätte ... Geht es um eine Liebe damals, die zerbrochen ist und der Autor weiß nicht mehr woran? Oder geht es um die Zeit, die seitdem vergangen ist? Geht es um das Leben, das unaufhaltsam fortschreitet? Immerhin geht es um ein Wochende damals mit der Anwältin Rebecca im Küstenörtchen Montauk an der amerikanischen Westküste und um das unheimliche Gefühl des Schriftstellers, dies könnte die große Liebe gewesen sein. Zugleich lebt genau dieselbe Frau im Hier & Heute, in dem der Schriftsteller die Reise wiederholen will und vielleicht auch die Liebesgeschichte von einst, aber sie lebt in großem Kontrapunkt nüchtern und realistisch, steht ganz im Leben und ist eben nicht, wie sie vermutet, eine schöne Romanfigur. Es ist ein Meisterwerk Schlöndorffs über die Bedeutung der Phantasie in der Kunst, in dem er das wagt, was gewöhnlich nur die Literatur vermag und Max Frisch natürlich vermochte: In ein und derselben Szenerie das äußerlich Sichtbare und die innere Wirklichkeit zugleich zu zeigen. (MK)
Fr 28. Aug. 18.30 Uhr Zeltkino B
Regie & Buch: Volker Schlöndorff
Buch: Colm Tóibín
Produktion: Regina Ziegler, Ziegler Film GmbH & Co. KG, Berlin; Volker Schlöndorff, Volksfilm, Berlin; u.a.
Redaktion: ARTE France Cinéma, Olivier Père, Rémi Burah; WDR, Götz Schmedes; BR, Claudia Simionescu,
Bettina Ricklefs; Arte, Andreas Schreitmüller
Verleih: Wild Bunch Germany GmbH, München
105 Min.
FSK: ohne Altersbeschränkung
