Eine Schauspielerin zum Niederknien – Preis für Schauspielkunst an Annette Frier

Ludwigshafen, den 22. August 2026 – Der Preis für Schauspielkunst 2026 geht in diesem Jahr an Annette Frier. Die Preisverleihung fand heute, Samstag, den 22. August 2026 um 18.30 Uhr in Zeltkino B statt. Im Anschluss präsentierte das Festival ihren aktuellen Film „Mimi und Ich“ (Deutschland 2025), Regie: Milena Aboyan – mit Annette Frier in der Hauptrolle an der Seite von Hannah Gharib. Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman „Für euch“ der Juristin und Journalistin Iris Sayram.
„Danke für die Laudatio! Michael Kötz hat mir mit diesen wunderbaren Worten mindestens sieben Preise angedichtet, die ich gar nicht habe. Das bleibt aber unter uns., also den zweiten, dritten Grimme-Preis habe ich jetzt auch, das ist jetzt so“, sagt Annette Frier. „Dieser Preis für Schauspielkunst geht aber auch an das ganze Ensemble von „Merz gegen Merz“, den wir vor zwei Jahren hier vorgestellt haben. Sie sind meine Filmfamilie geworden und ich bin so unglaublich dankbar, dass ich mit diesen fantastischen Menschen arbeiten darf. Und jetzt freue ich mich auf meinen aktuellen Film „Mimi und Ich“ hier mit ihnen zu sehen, der so toll geworden ist.“
„2019 begann eine Fernsehserie, die Annette Frier im Zentrum hat und die sie endgültig in die Wohnzimmer und in die Herzen von Millionen katapultiert hat: „Merz gegen Merz“, jene großartige Comedy-Serie, für die nach wie vor jährlich mindestens eine Folge produziert wird, mit Christoph Maria Herbst, dem wir vorletztes Jahr unseren „Preis für Schauspielkunst“ verliehen haben und mit Annette Frier, die ihn allein schon für diese Rolle verdient hätte, die Rolle der wortgewaltig witzigen, immer hintergründig denkenden und bei all dem dennoch warmherzigen Frau mit Sinn für das Komische mitten im Tragischen.
Ob das zugleich die wirkliche Annette Frier ist? Sodass sie einfach nur sie selbst sein muss? Verlockender Gedanke. Aber wahr ist das selten, wenn man die Rolle, die jemand spielt, mit dem Menschen selbst verwechselt, der sich dahinter versteckt und mit ganzem Recht auch verstecken darf. Wäre ja auch noch schöner, wenn wir jetzt alles wissen würden von ihr, nur weil sie so unglaublich präsent, so unübersehbar vorne an der Rampe steht, jederzeit und durch nichts davon abzuhalten, so lächelnd und gewinnend und wenn, dann nur ganz heimlich zweifelnd, so mitreißend, dass es schon stimmt: die Frau ist eine Schauspielerin zum Niederknien“, sagt Intendant Dr. Michael Kötz in der Laudatio.
Der Preis für Schauspielkunst geht traditionell an herausragende Persönlichkeiten der Schauspielkunst. Er betont die Bedeutung derer, die dem deutschen Film ein Gesicht geben und die dabei nicht nur für Glamour sorgen, sondern vor allem als wichtige Künstlerinnen und Künstler anzusehen sind.
Die bisherigen Preisträger und Preisträgerinnen:
Hanna Schygulla (2005)
Klaus Maria Brandauer (2006)
Katja Riemann (2007)
Nina Hoss / Devid Striesow (2008)
Hannelore Elsner (2009)
Moritz Bleibtreu (2010)
Andrea Sawatzki (2011)
Sandra Hüller / Otto Sander (2012)
Bruno Ganz (2013)
Anna Loos / Jan Josef Liefers (2014)
Corinna Harfouch / Mario Adorf (2015)
Maria Furtwängler / Ulrich Tukur (2016)
Martina Gedeck / Matthias Brandt (2017)
Iris Berben (2018)
Bjarne Mädel / Julia Koschitz (2019)
Ulrich Matthes / Claudia Michelsen (2021)
Verena Altenberger / Anne Ratte-Polle (2022)
Axel Milberg / Justus von Dohnányi (2023)
Christoph Maria Herbst / Joachim Król / Liv Lisa Fries (2024)
Uwe Ochsenknecht / Rainer Bock (2025)
Foto: Arthur Bauer
