Unsere Filmtipps

Liebe Freund*innen des Festivals,

wenn Sie sich ein bisschen Festival ins Wohnzimmer holen möchten, dann stöbern Sie doch mal durch unsere Filmtipps. Hier finden Sie eine Auswahl an Filmen der vergangenen Festivals und Empfehlungen der Festivalmacher*innen, die in Kürze im Fernsehen ausgestrahlt werden oder in den Mediatheken zu finden sind. Vielleicht ist ja der ein oder andere Film dabei, den Sie in den Ludwigshafener Kinozelten verpasst haben …

Herzliche Grüße vom Festivalteam

 

 

Aki Kaurismäki ist ein Genie des Kinos, eines mit deutlich finnischem Einschlag. Wobei die Fremdenverkehrsbehörden von Finnland sich über diese Art des Marketings des Landes nie gefreut haben dürften. Kaurismäki inszeniert die Realitäten des Lebens (in Finnland) stets so, dass sie mühelos auch einem Alptraum entstammen könnten. Kaurismäki hat auch als Mensch einen gewissen Widerwillen, vernünftig zu sein (ist es aber sehr, anders würden diese Meisterwerke nicht entstehen). Er leistet sich einen spielerisch-sarkastischen Umgang mit dem Leben der Menschen, die er aber zugleich sehr liebt. Deshalb macht er sie zu Helden ihrer Wirklichkeit, deshalb laufen seine Filme über vor Humanität. Zusammen mit seinem älteren Bruder Mika Kaurismäki (der ebenfalls großartige Filme macht, die aber immer frei vom Sarkasmus des jüngeren Kaurismäki sind) hat er auch ein Filmfestival gegründet: das „Midnight Sun Festival“ hoch im Norden von Lappland. Aki Kaurismäki lebt seit vielen Jahren in Portugal. (Ich sehe ihn vor mir, auf der Bühne des Delphi Kinos in Berlin, neben Ulrich Gregor, der ihn tapfer befragt und doch nur sehr wenige Worte aus ihm herausholt und die haben schweren Zungenschlag. Der ist voll innerer Kämpfe, denke ich…Ein bißchen wie Fassbinder.) // Dr. Michael Kötz

Auf den ersten Blick sieht es hier aus wie in einem kitschigen Heimatfilm aus den 1950er Jahren. Aber das täuscht ziemlich gründlich. Hier ist gar nichts idyllisch in diesem Heimatmelodram aus Baden-Württemberg.

Der Kampf einer starken Frau um das Eröffnen einer Buchhandlung mitten im Muff Englands der späten 50er Jahre. Es lebe der Ort des freien Geistes!

20 Jahre verheiratet, jetzt in der Paartherapie. Ein Meisterstück unserer Preisträger Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Martin Rauhaus und Rainer Kaufmann! Unsere klügste und schönste Komödie!

Wie wäre das, wenn man auch noch dabei zusehen könnte, wenn man stirbt? Alles mitkriegen würde, aber trotzdem keine Chance mehr hätte, einzugreifen? Und das als jemand, der es immer und jederzeit gewöhnt war, flott und zügig sein Schicksal angeblich selber in der Hand zu haben? Makaber aber gut!

Wenn das Leben so vor sich hin lebt, dann lebt es nicht wirklich. Aber was ist Wirklichkeit? Und stimmt es, dass wir, einmal nahe der 60, im Leben nichts mehr ändern können? Mit großer Menschenliebe und ebenso großer Liebe zum Detail und zur Tiefe ihrer Geschichte, entführt uns Alexandra Sell ins Wunderreich des menschlichen Willens.

Noah und Hakim sind eigentlich beste Freunde. Doch nun verlieben sich beide in die gleiche Frau: Die faszinierende Fotografin Charlotte. Das bringt die vormals guten Kumpel auseinander. Plötzlich wird auch relevant, dass Noah jüdisch und Hakim muslimisch ist. Denn Charlotte ist eine urbayrische Christin!

Mario Kopper ist Lena Odenthals bester Kumpel in ihren Ludwigshafener Tatort-Fällen. Er hat eine eigene, nicht zu unterschätzende Fan-Gemeinde. Doch diesmal geht alles schief. Noch ein Mal steht der vierschrötige Typ im Zentrum. Mit einem komplizierten Mafia-Fall verabschiedet er sich.

Was würden Sie tun, wenn Sie herausfänden, dass Ihre jugendlichen Kinder an einem Totschlag beteiligt waren? Ein faszinierendes Porträt des Zeitgeistes unserer Gesellschaft zwischen Moral und cleverem Taktieren zugunsten der Kinder.

Ein atemberaubender Thriller um einen Staranwalt, von der Polizei gejagt, während er seinen eigenen Mandanten verfolgt, weil er von der Mafia erpresst wird – und das alles im Höllental im Hochgebirge.

Rose verliert nicht nur ihren Job, sondern auch ihren Noch-Ehemann Klaus. Der will mit seiner Freundin zusammenziehen. Rose trägt es scheinbar mit Fassung, doch hinter ihrem Lächeln reift schon ein Plan. Kurzerhand verkauft sie Klaus' Fender-E-Gitarre einem Sinto-Gärtner. Ihre offizielle Version lautet: Einbruch. Als er einen Detektiv engagieren will, kommt ihm Rose zuvor und macht sich selbst auf die Suche nach dem teuren Stück.

Eine Mutter rächt sich während der Scheidung an ihrem Exmann dadurch, dass sie den Kontakt der Tochter zu ihrem Vater systematisch mit viel Raffinesse hintertreibt. Gibt es auch umgekehrt. Ein echtes Problem unserer Zeit.

Kann es ein Leben geben und die Liebe – dort, wo die Gabelstapler fahren zwischen engen, hohen Regalen bei künstlichem Licht? Ja – und zwar so schön und zauberhaft wie im Märchen.

Sie sind mitten im Drogenkrieg der Clans von Kolumbien. Aber eigentlich geht es um die Zerstörung der indigenen Kultur der Wayuu dort, das Drama des Untergangs durch das Geld. Ein faszinierend doppelbödiger Spielfilm.

Vom altmodischen Arrangieren einer Ehe und vom Einfluss der deutschen Kultur. Ein behutsamer und intensiver Film zum Nachdenken.

„Erschießt Du ihn oder mach ich es?“ – so der Dialog der Kommissare im Einsatz. Der mit Abstand witzigste Kriminalfilm des deutschen Fernsehens bisher. Mit Jürgen Vogel als dreifachem Frauenmörder, oder auch nicht, jedenfalls aber gerissen und naiv gleichzeitig und absolut liebesbedürftig brutal. Ein Krimi zum Weglachen mit Schaudern. Im Wettbewerb um den Publikumspreis des Festivals 2017.

Erinnert wird an die Morde der deutschen Terroristen von der RAF und an verschiedene Ereignisse im Umfeld. Jan Fabel muss das nostalgische Konstrukt auf die heutigen Gegebenheiten herunterbrechen, ohne zu vergessen, was die roten Haare einmal bewirkt haben. Niemand ist eine Insel und man darf nichts zu nah an sich heranlassen.