Preisgala für Ulrich Matthes: „Das Schönste an der Stadt Ludwigshafen ist das Festival“

Das 17. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein feiert einen außergewöhnlichen Schauspieler und wichtigen Akteur der Kultur

Preisgala für Ulrich Matthes: „Das Schönste an der Stadt Ludwigshafen ist das Festival“

Ludwigshafen, den 4. September 2021 – Mit Ulrich Matthes ehrt das Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein eine künstlerische Persönlichkeit, die weit über die Rollen hinaus sich ins öffentliche Leben einmischt und wichtige gesellschaftliche Diskurse anstößt. „Zu aller Leidenschaft kommt der Geist. Mit einem hohen, sehr hohen ethischen Empfinden noch der kleinsten Ungerechtigkeiten, ist Ulrich Matthes in der Lage seine ganze Schauspielkunst auch dafür einzusetzen, anderen die Meinung buchstäblich zu geigen. Er lenkt zwar auch gleich wieder ein, plädiert sofort auch für Abrüstung im Gespräch, aber die Entrüstung erst einmal richtig herausstellen, das kann er ganz wunderbar“, so Festivalintendant Dr. Michael Kötz.

Die Preisverleihung fand in zwei Festivalzelten vor über 1.000 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur statt. Im Anschluss wurde sein Film „Freunde“ von Regisseur Rick Ostermann gezeigt.

„So vieles von dem, was mir wichtig war, hat Michael Kötz in seiner Rede gesagt“, so Schauspielpreisträger Ulrich Matthes. „Mein Anspruch ist, dass ich auch wirklich für die Menschen spiele. Das ist vielleicht das Überbleibsel von meiner Lehrerambition. Ich will, dass die Menschen, die mir zugucken, berührt sind.“

„Ich hab ja angesichts der Verleihung des Preises für Schauspielkunst bei unserem Festival schon öfter darüber nachgedacht, was diesen seltsamen Beruf eigentlich ausmacht, – also jetzt analytisch gesehen, nicht intuitiv. Weshalb ich da bestimmt schon manchem zu ehrenden Schauspieler, äh Schauspielerin, Dinge über den Beruf erzählt habe, die sie so analytisch und intuitionsfrei gar nicht wissen wollten... Die Wahrheit einer Person zum Ausdruck bringen, in der Art, in der man spricht oder schweigt, lebhaft wird oder nachdenklich – all dies ist eine Kunst, die man vermutlich umso mehr beherrscht, als man sie nicht selber durchschauen will. Da geht es darum, ein fremdes Ich zu werden – und zwar möglicherweise eines, das man auf keinen Fall jemals würde sein wollen. Joseph Goebbels, zum Beispiel. Aber wenn Matthes dieser Goebbels ist, dieses historisch furchtbare Subjekt größter Grausamkeiten, brüderlich neben Adolf Hitler, den die Ehre hatte Bruno Ganz zu verkörpern – wenn schon, dann macht er es auch richtig, so richtig, dass den glücklicherweise Nachgeborenen, wenn sie ihn sehen, noch ein historischer Schauer über den Rücken läuft. Unser Preisträger Ulrich Matthes, der kann es einfach.“
(Auszug aus der Laudatio von Dr. Michael Kötz, Festivaldirektor)